Hallo Leute

Ich bin Ilja Schmelzer, meine Webseite is ilja-schmelzer.de.

Ich bin freischaffender Wissenschaftler, Physiker, und libertär. Libertarian als Blogname ist zwar ein Anglizismus, aber ich habe nunmal nichts gegen Fremdwörter. Anarcho-Kapitalist wäre zwar genauer, weil ich den Staat konsequent ablehne, während unter „libertarian“ oft auch Anhänger eines Minimalstaates (oder noch Schlimmerem) firmieren. Andererseits führt das „Kapitalist“ zu blödsinnigen Assoziationen – ich besitze nämlich keinerlei Firma, und außer meinem Laptop keinerlei Produktionsmittel.

Freischaffender Wissenschaftler zu sein ist in der heutigen staatsfinanzierten Wissenschaft eine extreme Ausnahme. Aber wenn man alternative Theorien vertritt, ist es wohl notwendig. Und alternative Theorien vertrete ich sowohl in der Physik als auch in der Gesellschaftstheorie.

Libertäre Gesellschaftstheorie ist das, was mich augenblicklich am meisten beschäftigt. Mein Vorschlag ist ein libertäres Netzwerk. Jeder gibt dort die Regeln an, die er für gerecht hält und die er selbst akzeptiert. Und daran, ob er sich daran auch hält, kann man ihn dann beurteilen. Er selbst muss angeben, welche Schiedsgerichte er als fair akzeptiert. Und diese beurteilen dann, ob jemand gegen seine eigenen Regeln verstoßen hat. Wenn ja, muss man die vorher als gerecht akzeptierte Strafe hinnehmen. Tut man das nicht, kommt die Information darüber auf eine schwarze Liste. Und so kann sich jeder anhand der schwarzen Liste ein Bild davon machen, wie vertrauenswürdig jemand ist. Details (bisher nur auf englisch) siehe hier.

Einer der größten Vorteile dieses Systems ist, dass man nicht bis Sankt Nimmerlein warten muss. Man kann heute schon beginnen, die Konzepte detailliert ausarbeiten, die Software für das Netzwerk entwickeln. Es ist eine libertäre Struktur, die sich auch innerhalb von Staaten entwickeln und ausbreiten kann.

Mein anderes Hobby und Arbeitsgebiet ist die Physik.

Das Interessanteste was ich als Physiker geleistet habe ist die Wiederbelebung der Äthertheorie. Ja, die Theorie, die immer als durch Einstein widerlegt dargestellt wird. Sie war hundert Jahre tot wie nur irgendeine physikalische Theorie sein kann, vergleichbar wohl nur noch mit Phlogiston und perpetuum mobile. Nun, ich habe sie wiederbelebt, als Theorie, die der Stringtheorie Konkurrenz machen kann. (Inhaltlich ist die Frage eher andersrum – kann die Stringtheorie meiner Theorie überhaupt Konkurrenz machen? Die Professorenstellen haben allerdings die Stringtheoretiker monopolisiert, und ich erwarte nicht, dass sie mir eine überlassen.)

Meine Äthertheorie besteht aus einer allgemeinen Theorie, aus der sich die Einsteinsche Allgemeine Relativitätstheorie als Grenzwert ergibt, und, andererseits, einem spezielleren Äthermodell, aus dem sich alle bisher beobachteten Teilchen des heutigen Standardmodells der Teilchenphysik herleiten lassen. Samt Erklärung wieso es drei Generationen von Fermionen gibt, wieso es drei Farben von Quarks gibt, und vieles andere. Lediglich die Massen kann ich nicht berechnen, ein paar wichtige qualitative Aussagen kommen jedoch durchaus auch heraus: Warum Gluonen und das Photon masselos sind, und warum die Neutrinos extrem kleine Massen haben, kann durchaus erklärt werden.

Man kann sich allerdings kaum vorstellen, wie extrem schwer es ist, solch eine Theorie auch zu publizieren. Nun, ich habe es geschafft, in einem meiner Meinung nach ziemlich guten Journal. (Gut, war auch nur Zufall, dass zwei Referees ihre erste Ablehnung damit begründeten, dass noch etwas fehlt, ich aber das Fehlende prompt nachliefern konnte.)

Danach habe ich mich in Richtung Mainstream bewegt (insider joke), und ein paar Arbeiten zur Theorie von de Broglie und Bohm und gegen deren Konkurrenz (many worlds) geschrieben. Die „Bohmianer“ sind auch nur eine kleine Gruppe von Außenseitern, aber immerhin genug um regelmäßig Konferenzen zu organisieren, und es ist deutlich leichter auf diesem Gebiet zu publizieren. Auf diese Art bekam ich eine Einladung, einen Vortrag auf eine Konferenz zu halten. Ich habe ihn etwas für eine Vorstellung meiner Äthertheorie missbraucht, es kam aber trotzdem gut an. Beide Theorien haben nämlich ein gemeinsames Interesse: Beide brauchen ein bevorzugtes Bezugssystem, eine absolute Zeit – also etwas, was nicht messbar ist, und deshalb nach positivistischem Glaubensbekenntnis des Teufels.

Aber augenblicklich beschäftige ich mich mehr mit libertärer Theorie. Mal sehen, wie offen die Libertären für Kritik sind: Der Artikel, den ich gerade schreibe, stellt die philosophischen Grundlagen meines Netzwerkkonzepts vor, im wesentlichen auf Poppers kritischem Rationalismus aufbauend. Kritisiert bei dieser Gelegenheit jedoch auch Hoppes Philosophie: Seine Letztbegründung der libertären Ethik ist genauso falsch wie die Diskursethik von Habermas und Apel, und seine Popperkritik taugt auch nichts.

Trotzdem – nichts gegen Hoppe. Was er falsch macht, hat er mehr oder weniger von Habermas gelernt. Und es ist verdammt schwer, alle Fehler seines Lehrers zu erkennen. Insbesondere wenn man wichtigeres zu tun hat. Und er hat in dieser Hinsicht einiges extrem wichtiges gebracht. Insbesondere hat er keine Probleme mit dem Schlachten Heiliger Kühe. Einiges an guten anti-demokratischen und anti-intellektuellen Argumenten geht auf sein Konto, und auch die Verteidigung des Rechts auf Diskriminierung ist wichtig.

Ob ich allzu oft dazu komme, hier was reinzuschreiben, weiss ich noch nicht. Mal sehen. Aber wenn immer mir eine Heilige Kuh über den Weg läuft und nach dem Gnadenstoß schreit, oder einfach mal eine gute Idee keinen angemessenen Platz auf der Webseite findet, dürfte so ein Blog der ideale Platz sein. Also, versprochen ist nichts, aber ich denke doch dass ich ab und zu mal was bringen werde.

Und ich denke mal total uninteressant wird das nicht sein. Sicher, da ich mit Klarnamen schreibe, muss ich ein kleines bisschen Rücksicht auf verbrecherische Organisationen wie zum Beispiel Staaten nehmen, die beleidigt reagieren könnten. Aber allzu viel Rücksicht nehme ich dann doch nicht. Und das eine oder andere, was ich in der Literatur die ich lese entdecke, mag für den einen oder anderen Leser vielleicht schon bekannt sein. Aber allzu viel über allgemein Bekanntes zu schreiben hätte ich einfach keine Lust.

Na mal sehen was draus wird.

PS zum Titelbild: Ich bin zwar Nichtraucher, aber als Libertärer selbstverständlich trotzdem für Legalisierung der abgebildeten Nutzpflanzen.


3 Antworten auf „Hallo Leute“


  1. 1 ??? 19. Oktober 2011 um 1:30 Uhr

    Im Grunde eine spannende Seite aber du irrst, wenn du Popper vor Hoppe in Schutz nimmst. Der darausfolgende Unsinn deiner Schlussfolgerung führt beispielsweise dazu, dass man als Popperianer der Meinung ist, dass staatliche Eingriffe in den Arbeitsmarkt nicht zwangsläufig zu ungewollter Arbeitslosigkeit führen. Der Apriorismus wird ja von Popper total abgelehnt. Demnach könnte man alle Menschen auf der Welt umbringen, weil die Annahme einer absoluten Theorie, die behauptet, bringe ich einen Menschen um – ist er tot, ja nicht zwangsläufig eintreten muss. Das heißt, es gibt keine Erkenntnis. Ohne absolute Wahrheitsannahme kann es keine Erkenntnis geben. Darum ist ja auch nicht die absolute Wahrheit das Problem der Menschen sondern die individuelle Erkenntnis und Akzeptanz derselben. Dein Fehler ist imho, dass du Naturwissenschaft und libertäre Gesellschaftshtheorie vermengst doch nach Mises, ist das ein völliger Blödsinn. Mir scheint auch, dass du die Mathematik sehr überbewertest, denn sie mag zwar die Sprache sein, mit der die unblebte Natur mit uns kommuniziert, aber sie ist nicht der Fluss, der das Leben in den Ozean münden lässt. Zudem habe ich ein wenig den Eindruck, dass du in deiner psychischen Veranlagung sehr festgefahren bist im Sinne, alternativ sein zu MÜSSEN. Es scheint mir beinah zwanghafte Formen anzunehmen. Es muss nicht alles alternativ sein. Zum Beispiel ist die Stringtheorie durchaus belegt und sehr plausibel, wenn du dich mal damit befassen würdest. Dass du die Ätertheorie wiederbelebt hast, lasse ich im Raum stehen. Ich bezweifel es. Muss es aber erst genauer recherchieren. Weiters sehe ich einen Selbstwiderspruch bei dir. Du vertrittst nicht die Annahme, absoluter Wahrheiten, dennoch vertrittst du Positionen die du für wahr hältst. Das geht für mich gar nicht, ist ein absolutes no go. EIn Selbstwiderspruch, der nur dadurch nicht für dich offensichtlich wird, weil dein Gehirn die Fähigkeit besitzt, sich zu täuschen. Das ist ja das gemeine an den Vorgängen in unseren Synapsen. Du missachtest bei den Universalien die Genetik, die aus der Natur entstanden ist und somit auch ihre Sprache erworben hat. Das heißt, die Wahrnehmung und Interaktion von uns mit der Welt da draußen ist ein Realismus, sodass man durchaus universell gültige Regeln der Ethik verstehen darf, als solche, die uns Menschen in einem gewissen Maße gegeben wurden, geformt von dem Kosmos, der uns als Wesen hervorgebracht hat. Ich kann nur sagen, dass du leider Hoppe wirklich nicht verstanden hast an seinem wichtigsten Punkt und daher kannst du zwar libertäre Ansichten nachplappern, vielleicht findest du sie plausibel, doch du kannst sie nie begründen. Vielleicht versuchst du nochmal Hoppe zu lesen und legst die Brille ab, durch die du ihn betrachtest ? Eine gewisse Unvoreingenommenheit täte dir gut, denn mit der mathematischen Brille eine Begründung für Ethik, ein ganz anderer Bereich, die lebende Welt, zu beschauen, ist maßlos arrogant oder maßlos dumm. Ich bin kritisch rational geschult, kenne mich also aus, sehe aber nicht, dass man die naturwissenschaftlichen Vorgehensweisen auf eine menschliche Gesellschaft überstülpen kann. Wie begründet sich denn die Nichtbegründung einer letztbegründung, wenn sie von sich aus, jede begründung ausschließt ? Ist doch auch eine zirkellogik mein guter. der endlose regress bezieht sich auch auf das argument, mit dem du die behauptung zu verteidigen suchst, dass sich nichts letzt begründen lässt. wenn schon kritik anwenden, dann auch auf sich selber.

  2. 2 ??? 19. Oktober 2011 um 1:39 Uhr

    PS: Die Konsenstheorie ist natürlich Bullshit, denn genau wie in der Demokratie, kann Mehrheit, stets relativ zu einer Größe und entstanden durch multikausale Einflüsse, kein beleg für wahrheit oder recht, gleichsam für unwahrheit oder unrecht sein. wenn etwas wahr ist, meint man damit, dass es gleichgesetzt der realität ist. dass etwas wahr ist, heißt aber nicht, dass es wahr sein soll. der punkt ist zu unterscheiden zwischem dem was IST und dem was SOLL.

  3. 3 libertarian 19. Oktober 2011 um 2:31 Uhr

    Hallo,

    ich denke, du begehst (wie Hoppe) den Fehler, Wahrheit mit absoluter Sicherheit, die Wahrheit auch gefunden zu haben, zu verwechseln. Erkenntnis gibt es genug, nur halt keine absolut sichere Erkenntnis (außerhalb der Mathematik).

    Warum du absolute Wahrheit brauchst, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich komme jedenfalls gut damit zurecht, dass meine Theorien nur Hypothesen und kein endgültiges, absolut sicheres Wissen sind. Ich kann mich irren. Na und? Warum sollte ich nicht trotzdem das vertreten, von dem ich jetzt glaube, dass es wahr ist?

    Ansonsten muss ich keineswegs alternativ sein. Im Gegenteil, ich bin in meinen physikalischen Theorien in vieler Hinsicht recht konservativ – etablierte Theorien wie die ART und das Standardmodell der Teilchentheorie kommen als Näherungen meiner Theorien heraus. Und an meinen Arbeiten zur österreichischen Theorie wirst du sehen können, dass ich in den von mir betrachteten Punkten (cardinal utility, Wahrscheinlichkeitsinterpretation) näher am Mainstream bin als die Österreicher. Ganz abgesehen davon, dass meine „Alternativen“ oft genug klassische Gedanken wiederbeleben.

    Hier beispielsweise die klassische, auch von Popper verteidigte Wahrheitstheorie (Wahrheit als Übereinstimmung mit der Realität) im Gegensatz zum modernen Habermasschen Diskurs-Nonsens.

    Ansonsten, woher hast du die Idee, Begründungen seien irgendwie ausgeschlossen? Sie sind lediglich niemals endgültig, unbezweifelbar, weil sie selbst wieder auf anderen Hypothesen aufbauen.

    In endlose Zirkel kommt man dabei nur, wenn man unbedingt die sichere Wahrheit haben will, und sich nicht mit gut begründeten, aber im Prinzip trotzdem noch bezweifelbaren Hypothesen zufrieden gibt. Das ist also dein Problem, nicht meins.

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