Wieder mal über die Lügenpresse

In einem Forum hatte ich eine nicht sehr freundliche Einschätzung der Objektivität der Westpresse, insbesondere zur Ukraine, abgegeben. Prompt wurde ich am 19. Juli herausgefordert, das doch mal zu belegen.

Tja, gut, Herausforderungen sind gut dazu, angenommen zu werden. Also, wo beginnt man mit der Suche nach Lügen zur Ukraine, wenn man sowas nicht schon vorbereitet hat? Naja, man nimmt einfach eine bekannte westliche Zeitung und sieht nach, was sie so aktuell zur Ukraine schreiben. Das Forum war englischsprachig, da bietet sich an, mit der New York Times zu beginnen.

Und da findet sich doch am 18. Juli ein Artikel über ein Video, was neulich aufgetaucht war. Könnte man ja mal nachsehen. Ups, das hatte ich schon gesehen, auf irgendeiner neurussischen Seite, nur wo verdammt noch mal? Egal, mal sehen was die dazu schreiben. Hm, irgendwie fehlt da was.

Nunja, so schwer war es nicht, rauszufinden was fehlte. Das vollständige Transcript enthält höchst interessante Infos:

Cmdr: They say the Sukhoi (Fighter) brought down the civilian plane and ours brought down the fighter.
Background: But where is the Sukhoi?
There it is … it’s the passenger plane.

Cmdr: The other plane that fell down, they are after them, the pilots.
Background: The second one?
Cmdr: Yes, there’s 2 planes taken down. We need the second.
Background: The second one is a civilian too?
Background: The fighter jet brought down this one, and our people brought down the fighter.
Background: They decided to do it this way, to look like we have brought down the plane.

Der lokale Kommandeur der Milizen, die als erste den Ort erreichten, ging also davon aus, dass zwei Flugzeuge abgeschossen wurden: Einmal das zivile Flugzeug, abgeschossen von eine ukrainischen Kampfflugzeug Sukhoi (Su), und dann dieses Kampfflugzeug selbst, abgeschossen von der Miliz. Von dieser Theorie ging, offenbar angesichts der Tatsache dass er dauernd und vermutlich mit anderen Kommandeuren telefonierte, die Führung der Milizen in diesem Moment aus. Ich halte dies für die eigentlich relevante Information, die dieses Video enthält.

Nur, wie findet sich diese zentrale Information des Videos in der New York Times wieder? Hm. Überhaupt nicht. Gut, das wars dann also – Treffer. Ein eindeutiger Fall von Verheimlichung hochrelevanter Informationen vor den Lesern. Mit klar ersichtlichem Motiv – die offizielle NATO-Version ist schließlich, dass die Milizen die MH17 abgeschossen hätten, was nicht ganz so ideal passt zu der Information, dass die Milizkommandeure in der Nähe davon ausgingen, das Flugzeug sei durch eine ukrainische Su abgeschossen worden, die man dann selbst abgeschossen hätte. Zur russischen Information, die immer schon auf ein ukrainisches Su-Kampfflugzeug hingewiesen haben, passt das irgendwie viel besser.

Allerdings enthielt ja die Herausforderung noch ein bisschen mehr. Schließlich ist die russische Presse ja, nach Meinung meines Opponenten, völlig gleichgeschaltet, während die Westpresse völlig unabhängig ist, und in Konkurrenz zueinander darum, wer am besten die Neuigkeiten schnell und akkurat darstellt. Irgendsowas wie eine zentrale Steuerung gäbe es natürlich nicht. Also, auch wenn der eine oder andere mal lügt – die Westpresse insgesamt würde sowas natürlich nie tun, die Konkurrenz würde es halt besser machen und ehrlich berichten. Mit Ausnahme von Fox News, meinte mein Opponent.

Nunja, was solls, also gucken wir bei der Gelegenheit doch gleich mal, wie genau dasselbe Video in anderen Berichten der Westpresse dargestellt wird. Nochmal die Suchmaschine anschmeißen und los.

Wie sich erwies, hatte die BBC schon kurz nach dem Abschuss Ausschnitte aus diesem Video verwendet. Mit anderen Worten, die BBC kannte schon kurz danach das Video, mit allen Informationen, die im Transcript enthalten waren, s.o.. Und wie wird das präsentiert? Keine Silbe von dem, was der lokale Kommandeur dazu dachte. Statt dessen wird ohne mit der Wimper zu zucken folgendes behauptet: „Das Video gibt einen Einblick darüber, wie eine Gruppe von Rebellen sich nach dem Absturz verhalten hat. Aber es liefert keinen Beweis wer das Flugzeug abgeschossen hat“. Wie üblich bei lügenden Journalisten, rein formal keine Lüge – denn sicher sind die Aussagen, die hier verschwiegen wurden, eben nur Aussagen, und keine Beweise. Trotzdem, diese Aussagen zu verschweigen, und dann noch zu sagen, ja irgendwelche Beweise enthält das Video nicht, ist, wenn auch formal keine Lüge, so doch eine klare Vertuschung der Wahrheit.

Ein noch krasseres Beispiel, wie man lügen kann, ohne formal zu lügen, liefert die Daily Mail.

The footage shows the immediate aftermath of Flight MH17 with Russian-back rebels initially believing that had shot down a Ukrainian air force jet.

also „mit russisch-unterstützten Rebellen, die anfangs glaubten, dass sie ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen hätten“. Rein formal korrekt – sie glaubten, eine ukrainische Su abgeschossen zu haben – allerdings eine, die zuvor das Passagierflugzeug abgeschossen hat. Und waren auf der Suche nach zwei abgeschossenen Flugzeugen, einmal nach dem Flugzeug, welches vom ukrainischen Kampfflugzeug abgeschossen wurde, und dann noch nach dem ukrainischen Kampfflugzeug, welches sie selbst glaubten abgeschossen zu haben. Wenn das keine Lüge ist, was dann?

NBC verfährt ähnlich:

Amateur video shows pro-Russian rebels arriving on the scene realizing that a passenger jet — and not a military transport plane — had been shot down.

also „ein Amateurvideo welches pro-russische Rebellen zeigt, die an der Szene ankommen und realisieren, dass ein Zivilflugzeug, und kein militärisches Transportflugzeug abgeschossen wurde.“ Die ist schon eine offene Lüge, von einem militärischen Transportflugzeug ist im Transkript überhaupt keine Rede. Der Ausschnitt der gezeigt wird – schon die australische Quelle hatte zwar das gesamte Transkript der 17 min, aber vom Video selbst nur etwas über 4 min veröffentlicht – wurde nochmal auf 1.30 zusammengeschnitten.

CNN beschränkt sich auch auf einen kurzen Ausschnitt, und verschweigt natürlich auch was die Rebellen angenommen haben. Statt dessen zitiert CNN einen weiteren, hm, sagen wir einfach mal Politiker, ist ja dasselbe, den australischen Premierminister Tony Abbott:

Australian Prime Minister Tony Abbott said the video „highlights the fact that this was an atrocity, it was in no way an accident. They may not have known that they were shooting down a civilian passenger plane, but they were deliberately shooting out of the sky what they knew was a large aircraft.“

„Sie haben möglicherweise nicht gewusst, dass sie ein Passagierflugzeug abschießen, aber sie haben bewusst ein Flugzeug vom Himmel geholt von dem sie wussten, dass es ein großes Flugzeug ist“. Und dies soll dieses Video irgendwie „aufgezeigt“ haben. Hat es nicht – die Aussage des Videos ist eine andere, nämlich dass man das Su-Kampfflugzeug abgeschossen habe, welches das große Flugzeug abgeschossen hat. Also entweder lügt Herr Abbott bewusst, oder man hat ihm das Transkript nicht zu lesen gegeben. Nehmen wir mal zu seinen Gunsten das zweite an. Auch andere Westpresse verschweigt, dass man nach zwei Flugzeugen suchte, von denen die Sukhoi das andere Flugzeug abgeschossen hat. Beispielsweise zitiert die Irish Times lediglich „One man dressed in camouflage, speaking a mixture of Russian and Ukrainian, asks where the remains of a military Sukhoi bomber is. “There it is, it is the passenger plane,” another responds.“ Das wars. Nein, ein anderer Aspekt darf noch erwähnt werden: „Who gave them the corridor?“ fragte einer. Diese Frage scheint erlaubt zu sein, sie findet sich in vielen der hier zitierten Quellen.

Und jetzt mal sehen was sich auf deutsch so findet

Und was machen die deutschen Medien so? Mal sehen.

N24 beschränkt sich auf den üblichen 1:33 Ausschnitt und kommentiert: „Das … Video erweckt den Eindruck, dass die Rebellen hier eigentlich ein abgeschossenes Militärflugzeug erwartet hatten“.

Der Stern verschweigt die interessante Information völlig. Genauso N-TV, schweigt sich dazu aus, mit teilweise demselben Text wie Stern. RP-Online macht auch mit beim Verschweigen. Ähnlich schweigt T-Online dazu. Express.de macht auch mit. Die Welt schweigt auch mit, Euronews genauso. Und auch Blick schweigt.

Der Focus greift voll in die Verleumdungskiste, aus der Suche nach Dokumenten und nach der Blackbox wird der Versuch gemacht, Beweise und die Black Box verschwinden zu lassen. Aber immerhin wird die Suchoi erwähnt: „Dem Bericht und dem Video zufolge hatten die Separatisten angenommen, ein ukrainisches Kampfflugzeug vom russischen Hersteller Suchoi abgeschossen zu haben. Im Video ist zu hören, wie einer der Separatisten fragt: „Wo ist die Suchoi?““ Dass eine Suchoi gesucht wurde, die das Flugzeug abgeschossen hat, und dann selbst abgeschossen wurde, wird verheimlicht. Also eindeutig eine völlig falsche Darstellung dessen, was die Separatisten geglaubt haben. Der österreichische Kurier schafft es immerhin, das Video in der vollen von den Australiern veröffentlichten Länge (also die 4.13 von 17 min) zu bringen, statt der üblichen Ausschnitte von 1-1.30 Länge, aber sonsts nichts. BILD liefert fast noch am meisten Informationen – der kritische Punkt wird natürlich auch verschwiegen. Das liest sich dann so: „Sie suchen nach dem Wrack eines ukrainischen Suchoi-Kampfflugzeuges. Anscheinend wurden sie über den Abschuss einer solchen Maschine von den Schützen informiert. Doch bald merken sie, dass ihre Komplizen einen tödlichen Fehler begangen haben. „Aber wo ist die Suchoi? Das ist … das ist eine Passagiermaschine“, stammelt einer der Rebellen.“ Klar, Rebellen können nur stammeln. „Brisant: Offenbar war einer der Piloten nach dem Absturz noch am Leben. Der Kommandeur sagt am Telefon: „Hallo, ja. Sie haben einen Piloten gesehen, wie er gekrochen ist. Ein Pilot ist gekrochen in Rossypne. Kommt schon. Ihr müsst dort hinfahren. Schnell!“ Auch, wenn sich die Angaben nicht prüfen lassen, handelt es sich bei dem Dorf Rossypne in der Tat um den Ort, an dem das abgesprengte Cockpit des Flugzeugs circa fünf Kilometer vom Haupteinschlagsfeld gefunden wurde. Ob der Pilot tatsächlich noch am Leben war und was mit ihm nach dem Absturz geschah, ist nicht bekannt.“ Was auch nicht bekannt ist, ist, warum der BILD-Journalist uns verheimlicht, dass die Rebellen auf der Suche nach zwei Flugzeugen waren.

Und die „Qualitätspresse“?

Macht die „Qualitätspresse“ da vielleicht irgendwas besser? Sehen wir mal bei der FAZ nach. Dort wird berichtet, es sei „ein Video aufgetaucht, auf dem prorussische Separatisten an der Absturzstelle von MH17 hörbar überrascht sind, dass es sich um ein Passagierflugzeug handelt“. Dann merkt man nebenbei, dass der Artikelschreiber es nicht mal bis zur Videoquelle geschafft hat, er hat gerade mal rausbekommen, dass es sich um „eine australische Zeitung“ gehandelt haben könnte, aus dem 17 min langen Film, von dem die Australier etwas über 4 min veröffentlicht haben, wird ein „gut zwei Minuten lange Film, der auf der Website des „Daily Telegraph“ zu sehen ist“. Moderne Qualitätspresse halt. Dass die brisante Info auch in der FAZ nicht auftaucht, versteht sich danach von selbst – nur dass hier wohl entschuldigend geltend gemacht werden kann, dass der Journalist offenbar zu dumm war, die Info überhaupt zu finden. Er sollte sich ein Vorbild nehmen bei, äh, wem? Der BZ Berlin, die den Link zum australischen Artikel gefunden hat und sogar weitergibt? (Aber selbstverständlich hält auch die BZ das mit den zwei Flugzeugen geheim.)

Der Tagesspiegel zeigt, dass sogar deutsche Journalisten etwas besser sein können. Immerhin sind „Männer am Telefon zu hören, denen offenbar in dem Moment klar wird, dass sie ein ziviles Flugzeug vor sich haben“, „Nach Angaben von News Corp Australia stammt das Material direkt von prorussischen Rebellen. Eine Einheit aus Donezk sei zur Absturzstelle geschickt worden, in der Annahme, dass dort ein ukrainischer Jet liege. Sie habe die Order gehabt, dort nach ukrainischen Piloten zu suchen, die sich angeblich mit Fallschirmen aus einer abstürzenden Maschine gerettet hatten.“ wird berichtet, und „Es sei von den Separatisten selbst gefilmt worden, als diese davon ausgegangen seien, ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen zu haben.“ Also, er hat es zwar bis zur australischen Quelle geschafft, aber die kritische Information über zwei Flugzeuge – das zivile und den Kampfjet – dann doch nicht, hm, wie nennen wir es, …. gefunden.

Was machen die öffentlich-rechtlichen so? Das ZDF berichtet nur das erlaubte („wer hat denn diese Flugroute freigegeben?“). Der ORF berichtet „Im Video sind zudem Männer am Telefon zu hören, denen offenbar in dem Moment klar wird, dass sie ein ziviles Flugzeug vor sich haben.“

Die Ausnahmen

Aber gibt es denn überhaupt keine Ausnahmen – nicht mal solche, die die Regel bestätigen?

Doch, es gibt sie – und sie bestätigen nicht nur die Regel, sie erlauben sogar, die Regel dahinter besser zu verstehen.

Die erste Ausnahme ist ziemlich trivial, und zu erwarten: Der russische Sender RT.

Die zweite Quelle ist subtiler: Die Huffington Post schreibt zwar, wie üblich, „Die Aufnahmen zeigen, wie eine Gruppe von vermeintlichen Separatisten unmittelbar nach dem Absturz der Maschine an die Unglücksstelle kommt. Es sind brennende Wrackteile und Koffer zu sehen. Offenbar glauben sie zu diesem Zeitpunkt noch, einen ukrainischen Kampfjet abgeschossen zu haben. Die Rebellen beginnen, die Absturzstelle abzusuchen. Ihren Stimmen ist die Betroffenheit anzuhören, als sie begreifen, dass sie ein Passagierflugzeug getroffen haben und keinen Militärflieger“, aber weiter unten findet sich tatsächlich in einer Box das folgende Zitat: „Er sagt: “Sie sagen, es gab zwei Maschinen. Das Kampfflugzeug (Sukhoi) hat das Passagierflugzeug abgeschossen und unser Jet hat das Kampfflugzeug abgeschossen.” “Aber wo ist der Sukhoi?”, fragt jemand. “Da ist er. Es ist das Passagierflugzeug.”“.

Und eine dritte Ausnahme hab ich noch gefunden: Radio Free Europe / Radio Liberty schreibt „“It’s a civilian!” said the commander. And then, in a revealing admission: “They [headquarters] say the Sukhoi brought down the civilian plane and ours brought down the fighter.“"

Was haben beide gemeinsam? Auch sie manipulieren. Den Satz „They decided to do it this way, to look like we have brought down the plane.“ verschweigen beide. Beide versuchen die Sache so zu präsentieren, als wäre dies irgendein Schuldeingeständnis der Neurussen. Insofern bewegen sich beide, obwohl sie den kritischen Punkt zitieren, immer noch auf der westlichen Propagandalinie. Aber warum verschweigen sie ihn nicht, wie alle alle anderen?

Nun, beide sind auf ein spezielles Publikum ausgerichtet. Die Huffington Post ist eine Internet-Zeitung. Radio Free Europe / Radio Liberty ist der klassische auf den Ostblock gerichtete Propagandasender. Sowohl Internet-Nutzer als auch die Russen haben aber eine gute Chance, auf vom Westen unabhängige Informationsquellen zugreifen zu können. Und diese unabhängigen Informationsquellen werden natürlich den interessantesten Aspekt dieses Videos nicht verschweigen. Daher dürfte es sinnvoll sein, ihnen gegenüber daraus kein Geheimnis zu machen.

Man kann daher in diesen Ausnahmen eine Bestätigung der These sehen, dass eine Zwei-Klassen-Informationsgesellschaft im Entstehen ist: Einmal die Unterklasse, die die klassischen Massenmedien benutzt, die als dumm angesehen werden kann, und eine Oberklasse, die, entweder über das Internet oder als Bürger anderer, unabhängiger Staaten, Zugang zu nicht vom Westen kontrollierten Medien hat. Denen kann man nicht mehr so leicht etwas vormachen.

Der Leser dieser Seite gehört zur Oberklasse dieser Gesellschaft, was die gute Nachricht ist, die er aus dieser kleinen Medienschau herausziehen kann.

Gibt es eine Koordination?

Angesichts der fast völligen Einheitlichkeit der Medienberichterstattung, bis hinab zu Kleinigkeiten („wer hat denn diese Flugroute freigegeben?“ ist erlaubt, dass man dachte ein Militärflugzeug abgeschossen zu haben erlaubt, Bestürzung über Abschuss des Passagierflugzeugs erlaubt, zwei Flugzeuge samt Abschussthese zu erwähnen verboten mit Ausnahmen für die Oberklasse, Grund für Abschuss zu erwähnen generell verboten) kommt natürlich der Verdacht auf, dass es sich hier um eine Koordinierung der Medienberichterstattung handelt. Dass dabei die australische Originalquelle mitkoordiniert worden ist, ist kaum wahrscheinlich – hier dürften wohl russische Informationskrieger am Werk gewesen sein. Aber die Berichterstattung in den weiteren Medien?

Trotzdem, man braucht hier keine großartige Hintergrundsteuerung, um diese Einheitlichkeit zu erklären. Die Redakteure der DDR-Zeitungen brauchten ja auch nicht bei jedem Epsilon eine Instruktion vom Politbüro, wie darüber zu berichten sei. Was braucht ein Journalist, um genau zu der oben genannten Unterscheidung von erlaubtem und unerlaubtem Zitat zu kommen? Dazu reicht eigentlich eine recht grobe Bekanntschaft mit dem Thema – es reicht eigentlich, zu wissen, dass die westliche „Theorie“ ist, dass eine von den Russen an die Neurussen gelieferte BUK die MH17 abgeschossen hat, während die Russen neben ukrainischen BUKs auch ein ukrainisches Kampfflugzeug als verdächtig betrachten. Das reicht aus, um zu erkennen, dass jede Erwähnung der zwei Flugzeuge die Russen unterstützt und damit tabu ist.

Und dann gibt es natürlich, mit den Nachrichtenagenturen, auch recht zentralisierte Instanzen, nach denen man sich richten kann. Viele der Massenmedien kopieren sie ja sowieso einfach nur. Der Rest kann sie problemlos verwenden, um genaueres darüber zu erfahren, was erlaubt ist. Und dass die Journalisten selbst bereit sind, das zu tun, daran besteht nun wirklich kein Zweifel. Presstituierte ist ja die angemessene Berufsbezeichnung für sie.


2 Antworten auf „Wieder mal über die Lügenpresse“


  1. 1 tyler 04. Oktober 2015 um 23:19 Uhr

    Auch hier eine sehr schlüssige Argumentation.

    Danke für den Blog!

  2. 2 HerbieLi 22. November 2015 um 18:33 Uhr

    Presstituierte ist ja die angemessene Berufsbezeichnung für sie. *lol* isses!
    Ein SEGEN ist das Internet, vor 40 Jahren brauchte ich noch den Radio-Mittelwellensender, um mir nachts eine unabhänge Meinung bilden zu können.

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