Die Lügenpresse kann mit Kommentaren nicht mehr leben

Die Lügenpresse hat ja schon länger was gegen unzensierte Leserkommentare. Bei der Zeit hat man immer häufiger gar keine Möglichkeit zum Kommentieren mehr. Manchmal verschwinden auch Kommentare – und das radikal, gleich alle zu einem Artikel. Sie waren mal da, und sogar noch einige Zeit nach Löschung der Kommentare konnte man bei deren Autoren noch die Spuren dieser Kommentare sehen – jedoch nur mit Links, die nur noch zum kommentarlosen Artikel führten:

Aktuell wird sogar ein Bericht über eine UN-Resolution zu Syrien kommentarlos gelassen. Klar, heutzutage ist auch eine Berichterstattung über eine UN-Resolution zu Syrien, früher mal was wo man überhaupt nicht auf die Idee gekommen wäre, viel was anderes zu tun als die Fakten zu berichten, notwendigerweise verlogen. In diesem Fall fängt das mit dem Bild dazu an:

Darunter steht dann „Nach einer Explosion in Aleppo trägt ein Mann ein verletztes Kind auf dem Arm. © Ameer Alhalbi/AFP/Getty Images“

Kennen wir das Bild nicht schon? Ist das nicht der inzwischen berühmt gewordene Kinderstar von den Weißhelmen, der immer die Rolle des Kindes in den Bilderserien „Weißhelm rettet Kind aus Ruinen“ spielt? Ja, stimmt, Treffer, hier und hier sehen wir noch ein bisschen mehr vom Originalbild:

Das Bild ist somit ein klassisches White Helmet Fake, mit einem Kinderstar, den man schon von vielen anderen Fakes kennt. Genauer, ein Ausschnitt davon – das Auto mit dem „White Helmet“ Symbol hat man schnell mal weggeschnitten. Hat sich wohl schon bis in die Redaktion rumgesprochen, dass die Weißhelme schon so diskreditiert sind, dass sowas den Artikel schon von vornherein zur Lüge stempelt.

Also handelt es sich hier nicht um ein verletztes Kind, sondern einen geschminkten Kinderdarsteller, und der Mann selbst ist auch ein Schauspieler.

Und der Fotograph Ameer Alhalbi ist der Kameramann bei diesen Fakes. In dessen Bildersammlung sich ja, wie ich sehe, noch einige Ergänzungen zur Sammlung der neuen Fotokunstrichtung „Weißhelm rettet Kind aus Trümmern“ (hier eine schöne Sammlung von 44 Exponaten) finden.

Dass man nicht möchte, dass die Leser sowas kommentieren, kann man doch nachvollziehen, denke ich.

Tja, so degeneriert sie halt, die Presselandschaft der BRD, in einen Zustand, wie man ihn aus der DDR kennt, wo man nur ein paar wenige, von den Redaktionen ausgewählte Leserkommentare finden konnte.

Dabei fing es ja eigentlich gut an. Mit der Entstehung der Online-Versionen der Zeitungen gab es eigentlich überall auch Kommentarmöglichkeiten. Klar wurde ziemlich schnell auch moderiert. Aber anfangs diente das durchaus wirklich nur dem Ziel, den Ton der Diskussion etwas zivilisiert zu halten, ohne dass allzu viele Inhalte moderiert wurden. Und auch wenn man inhaltliche Zensur befürchtete, man konnte erstmal Kommentare posten, sie blieben wenigstens ein bisschen sichtbar, Zeit genug für einen Screenshot, mit dem man dann die Moderation, wenn sie politisch zensierte, hätte bloßstellen können. Es war durchaus eine Zeit wenn auch nicht freier Presse, so doch wenigstens einigermaßen freier Kommentare. Was die Kommentare oft hochinteressant machte, deutlich interessanter als die Artikel selbst.

Diese Zeiten sind in Deutschland schon lange vorbei. Es ware die Zeit der Ukraine-Krise, als die Lügen in der Presse so krass wurden, dass man mit der Möglichkeit der Leser, diese in den Kommentaren bloßzustellen, nicht mehr leben konnte. Und so wurden die Kommentare auf Vorzensur umgestellt. Seit dem kann man sich die Kommentare in den Medien mit Vorzensur eigentlich schenken.

Die Zeit machte lange Zeit eine Ausnahme. Sie hat zwar ein paar Tage lang Vorzensur bei Neuanmeldungen, aber das dauert nicht so lange, und danach hat man Kommentare, wie früher, ohne Vorzensur.

Die Syrienberichterstattung wurde allerdings mit der Zeit immer schlimmer und verlogener. Inzwischen war der Widerspruch zwischen Bericht und Kommentaren so katastrophal für die Zeit, dass man beschlossen hat, faktisch für alle Berichte über Syrien die Kommentare gar nicht erst zuzulassen.

Und wenn sowas erstmal einreißt, geht es natürlich schnell weiter. Die Zeiten, zu denen es in der deutschen Lügenpresse noch möglich war, die Lügen in Kommentaren zu korrigieren, sind wohl endgültig vorbei.


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