Archiv für Januar 2017

Wie die Lügenpresse ökonomisch funktioniert

Ich habe mich nun schon einige Zeit lang darüber gewundert, wieso die Lügenpresse einfach so weitermacht wie bisher, und das trotz doch recht deutlicher Einbußen an Lesern, vor allem an zahlenden Lesern. Warum nutzt nicht die eine oder andere Zeitung die offen vor aller Augen liegende Möglichkeit, aus der Lügenpresse auszuscheren und einfach mal die Wahrheit zu drucken?

Oder, selbst wenn die alten Zeitungen das nicht tun: Fehlt es etwa an der Freiheit, überhaupt eine neue Zeitung zu gründen, die dann einfach die Wahrheit schreiben kann? Und, weil beim heutigen Zustand der Lügenpresse der Unterschied sofort auffiele, schnell genug genügend Leser finden könnte?

Erstaunlicherweise braucht man keine allzu große Konspirationstheorie, keine Freimaurernetzwerke, die alle Medien kontrollieren und Neueinsteiger hinterhältig um die Ecke bringen, um die augenblickliche Lage auf dem Pressemarkt zu erklären. Recht einfache ökonomische Betrachtungen reichen auch aus.

Politische Medienmacht als Einnahmequelle

Der Punkt ist, dass die Presse in einer Demokratie nicht nur ein Mittel ist, über den Verkauf von Zeitungen an interessierte Leser Profit zu machen. Sondern eben auch ein Mittel, mit der man die Politik selbst beeinflussen kann. Man mag einen Politiker nicht, aber man kontrolliert die Presse? Kein Problem, eine Verleumdungskampagne und der Politiker ist weg. Man mag eine Partei nicht? Im nächsten Wahlkampf unterstützt man die Konkurrenz, und die Partei ist weg vom Fenster.

Wer jedoch über eigene Pressemacht Politiker kontrollieren kann, hat natürlich ganz neue Einnahmemöglichkeiten: Politische Macht ist Geld wert, sehr viel Geld.

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Globalisten gegen Separatisten

Ich denke, Begriffe sind wichtig, und man sollte gut auf sie achten. Weil falsche Begriffe in die Irre führen. Und gerade wenn sich etwas verändert, sollte man darauf achten, dass eine Weiterverwendung der alten Begriffe nicht völlig daneben liegt. Bis hin zur Verwendung neuer Begriffe.

Und neue Begriffe braucht man, wenn sich die Zeiten so radikal ändern wie augenblicklich. Mit Trumps Präsidentschaft bricht eine neue Zeit an. Es geht um das Endstadium des amerikanischen Imperiums. Trump, das scheint nach der TPP-Kündigung absehbar, könnte werden, was Gorbatschow für das Sowjetimperium war: ihr Sargnagel.

Nur, wie bezeichnet man nun am besten die Seiten, die hier plötzlich miteinander kämpfen?

Soweit es die Auseinandersetzung in den USA selbst betrifft, scheint mir Pro-Amerikaner gegen Globalisten die genaueste, am wenigsten irreführende Bezeichnung der Seiten.

„Proamerikaner“ entspricht natürlich direkt Trumps Losung „America first“. Aber es stimmt durchaus auch inhaltlich. Denn das amerikanische Imperium ist eben nicht Amerika. Die Herrscher im amerikanischen Imperium sind ja die globalen Geldeliten, denen Nationalität völlig egal ist, und die einfachen Leute aus dem „Flyover America“ sind für sie genauso verachtenswertes Geschmeiß wie der ärmere Rest der Menschheit.

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Über den Sinn von „America first“

Trump kommt ins Amt, und schon geht es los – TPP gekündigt. Und die Welt reagiert – Australien überlegt laut, ob man nicht doch, auch ohne die USA, TPP machen sollte, und, als Ersatz für die USA, China einladen sollte.

Die Medien flippen aus. Nunja, was soll man von Lügenmedien erwarten, die die Hauptstadt des Lügenimperiums, Washington, plötzlich von einem offenen Feind, der sie öffentlich Lügenmedien nennt, erobert sehen. Nicht darum soll es hier gehen. Auch nicht so sehr darum, was Trump so alles erzählt wenn der Tag lang ist. Ich tendiere dazu, all diese Widersprüche als durchaus sinnvolle, rationale Strategie anzusehen, um sein wichtigstes Wählerpotential – diejenigen, die von Politischer Korrektheit die Nase voll haben – zu erreichen, denn für normale Menschen in einer normalen Unterhaltung ist der eine oder andere Widerspruch nichts als ein Missverständnis, was man mit einfacher Nachfrage ausräumen kann, und die Lügenpresse, die einen solchen Widerspruch zum Skandal macht, wird ja von ihnen sowieso abgelehnt. Manche seiner „Widersprüche“ sind in dieser Hinsicht ja gezielte Fallen. Weil jeder normale Mensch ja weiß, dass ein „Ich werde der größte Stellenerschaffer sein, den Gott erschaffen hat“ nichts ist als eine harmlose, nicht wirklich ernst gemeinte Übertreibung, und auf die zu erwartende Verwendung dieser Phrase gegen ihn nur die Überzeugung, dass man es mit einer Lügenpresse zu tun hat, stärken wird.

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