Die Blamage der Globalisten I: Skripal

Die Globalisten haben sich gerade gewaltig blamiert. So gewaltig, dass man sich einfach nur an den Kopf fassen muss. Das erstaunlichste an dieser Veranstaltung ist: Wie können die Globalisten so dumm sein, sich auf diese Art und Weise vorführen zu lassen?

Die Blamage ist so groß, dass ich sie unterteilen muss in mehrere Beiträge. Der erste Beitrag betrifft den Fall Skripal. Hier haben sich die Globalisten angestrengt, der Welt folgendes zu zeigen:

  • Anschuldigungen der Globalisten gegen Russland scheren sich überhaupt nicht um die Wahrheit, nicht mal darum, ob die Anschuldigungen überhaupt plausibel sind. Was man leicht erkennen kann, weil Russland keinerlei Motiv hatte es zu tun, aber ein starkes, es nicht zu tun.
  • Es kümmert überhaupt nicht, dass die Motivlage eher auf die Gegner Russlands zeigt.
  • Die Indizien, die vorgebracht wurden, sind lächerlich. Sie sind inzwischen widerlegt, aber das kümmert niemanden.
  • Die Bestrafung erfolgt ohne jede Beziehung zu irgendeinem Schuldnachweis.
  • Rechtliche Verpflichtungen kümmern GB überhaupt nicht mehr.
  • Behauptungen, es gäbe Geheimdienstbeweise, die man wegen Quellenschutz nicht veröffentlichen könnte, die aber die Politiker hätten, wurden lächerlich gemacht.
  • Als eigentliche Ursache für die trotzdem gezeigte „Solidarität“ anderer Staaten zeigte sich einfach nur blanker politischer Druck aus Washington.
  • Die Europäer wurden aufgeteilt in anständige Politiker, die dem Druck, sich unethisch zu verhalten, nicht nachgaben, und von den USA erpressbare Waschlappen.

Der Fall Skripal

Die Briten behaupten, die Russen hätten den ehemaligen Spion Skripal und seine Tochter vergiftet.

Allerdings fehlt den Russen jedes plausible Motiv. Das Einzige, was man als Motiv verkaufen kann, ist, dass Skripal selbst Doppelspion war, und Geheimnisse der Russen an den Westen verkauft hat. Das wäre ein Motiv, sich an ihm zu rächen. Verräter müssen sterben. Nur, das ist hinten und vorne nicht plausibel. Schließlich stand der Mann deswegen vor Gericht, und wurde zu 13 Jahren verurteilt, und dann nach ein paar durchaus nicht unerheblichen Jahren ausgetauscht. Und während man Verräter im Prinzip durchaus auch mal umbringt, sind Leute, die ausgetauscht wurden, tabu, und ihre Familienangehörigen erst recht. Eine Regel, die ein Geheimdienstmann wie Putin, der außerdem bekannt dafür ist, dass er sich an Absprachen hält, kaum brechen wird.

Aber selbst wenn man ihm das zutrauen würde: Hätte man ihn umbringen wollen, hätte man jahrelang Zeit dafür gehabt, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Und selbst wenn man es sich später anders überlegt hätte – einer seiner Schulfreunde sagte, er hätte Putin um Begnadigung gebeten, um zurückzukommen zu dürfen – also hätte man ihn einfach zurückkommen lassen können und ihn dann ermorden können.

Und völlig unglaubwürdig wird das Motiv dadurch, dass man sich den geradezu unglaubwürdigsten Termin dazu ausgesucht hat – kurz vor den Präsidentenwahlen in Russland, und kurz vor der Fussball-WM in Russland. Also gleich zwei Termine, vor denen man alles will nur keine diplomatischen Skandale.

Genau dies liefert jedoch ein klares Motiv für die Gegenseite: Die Gegner Putins sind natürlich gerade vor den Wahlen daran interessiert, ihn als Giftmörder zu diskreditieren, und die Fussball-WM durch Boykott zu sabotieren.

Als wenn diese Motivlage noch nicht ausreicht, finden sich noch unabhängig davon ein fettes Motiv: Skripal war sehr eng mit Steele verbunden, ja, der Steele, der für das Trump-Dossier verantwortlich zeichnet. So eng, dass man durchaus vermuten kann, er hätte selbst an dem Dossier mitgearbeitet. Was liegt in einem solche Fall näher als folgende Hypothese: Wenn jemand aus Russland einen der Mitarbeiter des Dossiers besucht, dürfte das Grund genug sein, diesen zu überwachen. Was, wenn diese Überwachung ergibt, dass Skripal seiner Tochter schon relevante Informationen übergeben hat, sagen wir, um sich so seine Begnadigung zu erarbeiten?

Als wenn ein völlig fehlendes Motiv gegen gleich zwei höchst plausible Motive auf der Gegenseite noch nicht genug wären, gibt es nicht mal den Anschein eines Beweises. Was als Indiz verkauft wird, welches ein „highly likely“ rechtfertigen soll, ist einfach nur peinlich: Die Tatwaffe wäre ein Giftgas, welches in der Sowjetunion hergestellt wurde, also könne nur Russland das Zeug haben. Peinlich, dass sich schnell herausstellte, dass das Zeug so ziemlich jedermann hat, der über Chemiewaffen forscht, die Formel davon sogar offen publiziert ist, und die Briten selbst das Zeug gerade mal 8 Meilen vom Tatort entfernt selbst in ihrem Chemiewaffenlabor Porton Down haben. Mit anderen Worten, das einzige Indiz ist überhaupt keins mehr.

Aber auch das reicht noch nicht aus für die volle Blamage. Man stellt Russland sinnlose Ultimaten. Man weigert sich, mit Russland bei der Aufklärung zusammenzuarbeiten. Man gibt den Russen keine Proben, obwohl man dies machen müsste, wenn man erwartet, dass Russland bei der Aufklärung hilft. Man verweigert russischen Diplomaten den Zugang zu Julia Skripal – also einem russischen Staatsbürger, auf den in Großbritanien ein lebensgefärhlicher Anschlag verübt wurde. Dann reagiert man mit demonstrativer Bestrafung Russlands durch Ausweisung von Diplomaten. So etwas wie eine Unschuldsvermutung gibt es überhaupt nicht mehr, konsularisches Recht und Verträge interessieren nicht mehr.

Mehr noch, man fordert auch von anderen „Solidarität“ ein. Nicht etwa weil man den Russen irgendwas nachweisen könnte, nein, einfach „Solidarität“ in Form von einer Bestrafung Russlands ohne jeden sachlichen Grund.

Auf welcher Basis fordert man diese „Solidarität“ ein? Nun, es wird behauptet, man hätte Beweise. Diese hätte man den anderen Staaten vorgelegt, und dies hätte sie überzeugt. Der Öffentlichkeit könne man die allerdings nicht zeigen, wegen Quellenschutz. Pech nur, dass das, was man den anderen Staaten vorgelegt hat, an die Medien gelangte – und einfach nur peinlich war. Denn es enthielt überhaupt nicht, was auch nur irgendwie geheim gewesen wäre, was die Öffentlichkeit bis dahin noch nicht kannte. Ja, ich denke, diese Quelle muss sicherlich geschützt werden – aber nur davor, ausgelacht zu werden. Die Welt bekommt also den Nachweis, dass angebliche Geheiminformationen, die die Geheimdienste Politikern geben, die diese aber nicht der Öffentlichkeit übergeben dürfen wegen der Geheimhaltung, einfach nur Schrott sind und normalerweise gar nichts enthalten.

Aber warum überzeugt ein solches Nichts an Beweisen andere westliche Politiker? Nun, es hat nicht alle überzeugt. Und die, die es nicht überzeugt hat, sprechen offen von hartem politischen Druck. Und zeigen damit der Öffentlichkeit, wie die „Solidarität“ der „Weltgemeinschaft“ zustande kommt – durch harten Druck aus Washington.

Ist den Herren, die da Druck ausgeübt haben, klar, was sie damit erreichen? Es gibt die, die dem Druck widerstanden haben, und die werden auch in Zukunft geneigt sein, dem Druck zu widerstehen – aber, womit auch immer sie erpresst wurden, die Amis als Feinde ansehen. Und dann gibt es die, die mitgemacht und dem Druck nachgegeben haben. Sie wurden öffentlich als Waschlappen geoutet, als Puppen der USA, als durch die USA erpressbar. Denn einen guten, rationalen Grund für die Ausweisung kann keiner von ihnen angeben. Sie alle wurden genötigt, gegen elementare ethische Grundprinzipien zu verstoßen, nämlich dagegen, dass man niemanden bestraft, von dem man nicht ernsthafte Beweise hat, dass er etwas schlechtes getan hat.

Was noch fehlt, ist das Sahnehäubchen. Die Skripals werden wieder gesund. Was passiert nun mit ihnen? Augenblicklich sieht alles danach aus, dass sie vom Geheimdienst das Angebot bekommen, in einem Zeugenschutzprogramm eine neue Identität zu bekommen. Genauer, das Angebot haben sie schon bekommen. Und, wie (ziemlich verdächtige) angebliche Erklärung suggeriert, wird sie wohl, zusammen mit ihrem Vater das großzügige Angebot annehmen, natürlich keinerlei Kontakt mehr, weder mit den Medien, der russischen Botschaft, nein, nicht einmal mit ihrer Verwandtschaft, aufnehmen wollen. Und für immer mit ihrer neuen Identität verschwinden. Also wer sowas glaubt, … naja. Eigentlich eine Aufforderung, an die böse Verschwörungstheorie zu glauben, die Briten hätten sie einfach umgebracht.


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