Die Blamage der Globalisten III: Chemiewaffenfabriken bombardieren

Eine Allianz aus Frankreich, UK, und US (was sich sehr schön als FUKUS abkürzen lässt) hat, als Vergeltung für den angeblichen Giftgasangriff, Syrien angegriffen. Die militärische Aktion selbst ist schon für sich eine beispiellose Blamage:

  • FUKUS haben sich brav an die russischen Vorgaben gehalten, unter denen es auf einen Gegenschlag verzichtet, und sind somit „chicken“.
  • Von den 103 Cruise Missiles wurden 71 abgeschossen. Zwei explodierten nicht und wurden inzwischen nach Russland geschickt.
  • Von den Cruise Missiles, die gegen gut verteidigte militärische Objekte (Militärflughäfen) gerichtet waren, kam keine einzige am Ziel an. Getroffen wurden lediglich nur schwach verteidigte Objekte ohne militärische Bedeutung.
  • Die amerikanische Version (alle Raketen sind angekommen, alle Ziele zerstört) ist so lächerlich, dass selbst SOHR mehr als 65 Abschüsse zugab.
  • Die Behauptung, die getroffenen Ziele wären relevant für die Chemiewaffenherstellung gewesen, würde die Aktion zu einem Kriegsverbrechen machen.
  • Mit Macron und May sind die Führungsfiguren der Globalisten voll mit dabei.

FUKUS hält sich brav an die russischen Vorschriften

Eine militärische Aktion ist immer natürlich auch ein Kräftemessen. Dieses Element gibt es hier auch. Und in einer Zeit, in der beide Seiten nicht an einem richtigen Krieg interessiert sind, ist eine gerade bei den Amis beliebte Form, in der dieses Kräftemessen stattfindet, das sogenannte „chicken game“. Zwei Autos rasen direkt aufeinander zu, bis einer der beiden zu viel Angst hat und ausweicht. Der ist dann „chicken“, ein verachtenswertes Hühnchen. Russland war natürlich von Anfang an klar, dass die USA solche Spiele spielen werden, und bereit dazu. In diesem Fall hat Russland sogar das Startsignal gegeben, mit einer öffentlichen Erklärung der militärischen Führung (Gerasimow), dass, wenn russische Bürger durch einen Raketenangriff gefährdet werden, nicht nur die Raketen, sondern auch die Schiffe oder Flugzeuge, von denen sie abgeschossen werden, selbst angegriffen werden. Und zum Unterstreichen der Ansage flogen ein paar Spezialflugzeuge zur U-Boot Bekämpfung nach Syrien.

Allerdings was dies keine reine Variante des chicken game, sondern eine mit zwei Ebenen. Einmal auf der Ebene der Realität, und eine zweite auf der Ebene der Medien. Die etwas undurchsichtige, schwer zu interpretierende Bedigung, dass russische Bürger gefährdet wären, trennte diese beiden Ebenen voneinander. Denn damit gibt es eine diplomatische Ebene – dort fragt man einfach an, wie genau man dies zu verstehen hat, und bekommt eine präzise Antwort – und die öffentliche Ebene, wo die Medien natürlich alles fehlinterpretieren werden was sie fehlinterpretieren können. Diese Aufteilung ermöglichte es FUKUS, auf der internen Ebene zu verlieren, indem man sich brav an die russischen Bedingungen hält, aber auf der öffentlichen Ebene den Sieger spielen zu können, weil man nutig, trotz der Drohungen, angegriffen hat, und die Russen sich dann doch nicht getraut haben, amerikanische Schiffe abzuschießen.

Haben die Russen hier geschlampt? Keineswegs, ich denke, dass das ganz bewusst so geplant war. Putin ist bekannt dafür, dass er Angebote macht, mit denen der Gegner sein Gesicht wahren kann. Ziel seiner Politik ist nicht die symbolische Erniedrigung seiner Gegner, sondern reale Erfolge. Für westliche Politiker ist hingegen die Mediendarstellung der Ergebnisse wichtiger als die realen Ergebnisse selbst. Eine Schwäche des Westens, die Putin systematisch und gezielt ausnutzt. Die Frage, wer in einem solchen chicken game verliert, ist durchaus wichtig – aber sie ist sehr viel wichtiger auf der diplomatischen Ebene, der Ebene der politischen Eliten weltweit, die das, was dem Pöbel in den Medien präsentiert wird, sowieso nicht ernst nehmen. Die Möglichkeit, dies in den Medien dann doch anders verkaufen zu können, versüßt die bittere Pille.

Die realen Bedingungen waren hart: FUKUS musste die genaue Liste der Ziele den Russen rechtzeitig vorher mitteilen. So rechtzeitig, dass die Russen möglicherweise dort befindliche russische Bürger von dort evakuieren konnten. Die Russen machten auch keinerlei Versprechen, diese Information nicht auch den Syrern und Iranern mitzuteilen. Und diese Bedingungen wurden auch eingehalten. Warum bin ich mir da so sicher, dass genau dies die Regeln waren, die die Russen vorgegeben haben? Ganz einfach, genau nach diesen Regeln hat auch der Angriff auf den Flugplatz Schairat vor einem Jahr stattgefunden. Deshalb brauchte ich mir nur die Erklärung selbst ansehen, und die einzige Frage dabei war für mich, wäre ein Schairat 2.0 damit ausgeschlossen oder nicht. Meine Antwort darauf war einfach – nein, Schairat 2.0 ist damit nicht ausgeschlossen, wenn die Regeln die sind, wie ich sie interpretiert habe. Und alles was an (unbestätigten) Informationen nebenbei hereinkam, passte sehr gut dazu: Info 1: Die Amis hätten die Russen um Information darüber gebeben, wo genau in Syrien russisches Militär ist. Die Russen weigerten sich, solch sensible Information an den Westen zu geben. Info 2: Die Syrer hätten vor dem Angriff ihre Flugzeuge von verschiedenen Flugplätzen woanders hin geflogen. Angeblich auf die russische Basis, aber so überzeugt davon wirkte die Quelle nicht.

Die offiziellen Statements stimmten damit überein, dass die Russen vorher konsultiert worden waren.

Die rein militärische Blamage

Militärisch gesehen war der Angriff eine vernichtende Niederlage von FUKUS.

Erst einmal wurden 71 von 103 Missiles abgeschossen. Nun könnte man ja annehmen, selbst wenn ein paar Missiles abgeschossen wurden, so kamen doch auch einige an. Und die Amis haben ja nun genug von dem Zeug. Nur, das ist nicht, worauf es ankommt, weil es einfach nicht alle Ziele wert sind, wirklich beschützt zu werden. Die syrische Luftwaffe ist vor allem Objektschutz. Und unter den Zielen waren mehrere Militärflugplätze. Militärflugplätze sind Ziele, die geschützt werden. Und keiner der in Benutzung befindlichen Militärflugplätze wurde getroffen. Lediglich bei einem Flugplatz in Homs kamen einige Raketen zwar durch, trafen aber nicht den Flugplatz selbst, sondern ein paar entfernte Objekte, ohne großen Schaden anzurichten. (Ob diese ein paar km entfernten Objekte das ursprüngliche Ziel waren, als das sie dann als angebliche Chemiewaffenlager oder so verkauft wurden, kann uns dabei egal sein.)

Dann waren es nicht einmal die modernsten russichen Anlagen, die diese 71 von 103 Missiles erreicht haben. Die meisten Abwehrraketen waren alte, sowjetischer Bauart – zwar von den Russen wieder instandgesetzt und moderniesiert, und wohl auch mit modernen russischen Aufklärungsmöglichkeiten verbunden, allerdings keineswegs das letzte Wort der russischen Luftabwehr.

Schon eher unter „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ läuft die Information, dass zwei Raketen gar nicht explodiert sind, und nun nach Russland zur Auswertung geschickt wurden.

Und man lügt noch über die eigene Blamage

Als wenn das noch nicht genug wäre, leugnet man auch noch die Blamage, und das so komplett, dass es schon dadurch völlig unglaubwürdig ist.

Laut Behauptung der USA wurde keine einzige Rakete abgeschossen, alle erreichten ihr Ziel. Und die Ziele waren, hm, eben nur die Objekte, die getroffen wurden.

Peinlich nur, dass selbst der SOHR diese Behauptung zu peinlich war, und sie in ihrem Bericht von mehr als 65 abgeschossenen Raketen sprach:

The Syrian Observatory for Human Rights managed to monitored interception by the regime forces to tens of missiles which targeted their positions and military bases in the Syrian territory, where several intersected sources confirmed to the Syrian Observatory, that the number missiles that were downed, exceeded 65 missiles, of the total number of missiles fired by the Trio Coalition

(SOHR, die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, ist eine klar gegen Assad ausgerichtete Propaganda-Agentur, hinter der mit ziemlicher Sicherheit ein Geheimdienst (vermutlich der britische Geheimdienst MI6) steht. SOHR bekommt qualitativ recht gute Informationen, und informiert dort, wo Lügen schnell auffliegen würden, auch gute Informationen zu liefern. Was sie nicht daran hindert, in anderen Fällen zu lügen oder systematisch zu manipulieren, beispielsweise zählen jihadistische Kämpfer nur dann als Kämpfer, wenn sie desertierte syrische Soldaten sind, ansonsten zählen sie als Zivilisten. Wie auch immer, damit, für Assad Propaganda zu machen, sind sie bisher nicht aufgefallen.)

Man brüstet sich mit (in Wirklichkeit nicht begangenen) Kriegsverbrechen

Noch seltsamer ist jedoch das, als was man die angeblich einzigen Ziele verkauft: Nämlich als Infrastruktur zur Herstellung und Lagerung chemischer Waffen.

Wer ein Lager mit chemischen Waffen bombardiert, nimmt dabei in Kauf, dass dabei die Kampfstoffe freigesetzt werden und die Umgebung verseuchen. Wenn man dies direkt in der Nähe einer Großstadt tut, wie hier bei der Bombardierung des Forschungsinstituts in Barsa, einem Vorort von Damaskus, nimmt dabei den Tod vieler Zivilisten in Kauf. Was unterscheidet dies von einem eigenen Einsatz von Chemiewaffen? Faktisch nur die geringe Sicherheit, mit der das Ziel auch erreicht wird. Sicherlich, ein Experte für Kriegsrecht, der ich nicht bin, mag das anders sehen, aber für mich wäre eine gezielte Bombardierung einer Stelle, von der man weiß, dass dort Chemiewaffen gelagert werden, genauso ein Kriegsverbrechen wie der Einsatz von Chemiewaffen selbst. Insofern ist die Behauptung des Westens, Chemiewaffenlager bombardiert zu haben, faktsich eine Selbstbezichtigung, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Die angebliche Chemiewaffenfabrik

Zum Glück für die FUKUS wissen wir alle, dass sie dieses Kriegsverbrechen nicht begangen hat. Einfach weil es in Syrien (außer vielleicht in dem Westen bekannten Lagerstätten im von seinen „moderaten Rebellen“ kontrollierten Gebieten) keine Chemiewaffen-Infrastruktur mehr gibt, weder Fabriken noch Lager. Und, in der Tat, an keinem der drei Orte wurden irgendwelche Spuren von ausgetretenen Kampfstoffen beobachtet.

Die Globalisten werden eingebunden und so bloßgestellt

Ein interessanter Aspekt, vor allem auch ein wichtiger Unterschied zu dem, was im vorigen Jahr passierte, ist, dass die Globalisten sich an dieser Aktion offen beteiligt haben, und damit auch die gesamte Blamage mit abfassen. Dies war voriges Jahr anders. Damals ging zwar auch der gefakte Giftgasangriff und die darauffolgende Kriegshetze von den Globalisten aus. Aber die rein militärische Aktion ging von Trump aus. Die Globalisten reagierten darauf nur, in dem sie entweder Trump feierten („Heute ist Trump unser Präsident geworden“) oder, wie Clinton, noch mehr Krieg forderten.

Diesmal sind sie explizit in den Kriegseinsatz mit eingebunden. Mit dieser Einbindung der Globalisten hat Trump faktisch eine wichtige Propagandaline der Trump-Gegner ausgehebelt – nämlich ihn als kriegswütigen und gefährlichen Irren darzustellen, mit der erfahrenen Diplomatin Clinton oder irgendeinem andere Globalisten als Alternative.

Es sind somit nun, im Gegensatz zum vorigen Jahr, auch die Globalisten, die offen gegen jedes Völkerrecht verstoßen, auch sie wurden militärisch blamiert, gerade auch sie haben sich selbst als Lügner disqualifiziert, und das sowohl was die angebliche Giftgasattacke betrifft als auch die Leugnung der militärischen Blamage.


1 Antwort auf „Die Blamage der Globalisten III: Chemiewaffenfabriken bombardieren“


  1. 1 Conrath 22. Mai 2018 um 22:59 Uhr

    Lieber Ilja Schmelzer,

    könnten Sie mir eventuell antworten?

    Ich habe einige Fragen zu Ihrer Arbeit. Zeitsparend gerne auch telefonisch, nach Vereinbarung.

    BG von Conrath

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