Libertäre Gedanken http://libertarian.blogsport.de Wed, 13 Jun 2018 13:07:13 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Nordkorea: Eine wegweisende Erklärung http://libertarian.blogsport.de/2018/06/12/nordkorea-eine-wegweisende-erklaerung/ http://libertarian.blogsport.de/2018/06/12/nordkorea-eine-wegweisende-erklaerung/#comments Tue, 12 Jun 2018 13:33:59 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2018/06/12/nordkorea-eine-wegweisende-erklaerung/ Ich werde, jeder mag raten ob aus Spaß oder welchen Gründen auch immer, eine Erklärung als wegweisend beschreiben in welcher faktisch einfach mal gar nichts steht. Oder meint etwa jemand, in dem folgenden Text finde sich irgendwas wirklich wichtiges, gehaltvolles, außer der Vereinbarung über den Austausch sterblicher Überreste, die ich selbst gleich rausgenommen habe?

1. Die Vereinigten Staaten und die DVRK verpflichten sich, neue Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Demokratischen Volksrepublik Korea zu schaffen im Einklang mit dem Wunsch der Völker beider Länder nach Frieden und Wohlstand.

2. Die Vereinigten Staaten und die Demokratische Volksrepublik Korea werden gemeinsame Bemühungen einsetzen zur Schaffung eines dauerhaften und stabilen Friedensregimes auf der koreanischen Halbinsel.

3. In Bestätigung der Panmunjom-Erklärung vom 27. April 2018 verpflichtet sich die DVRK, auf eine vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten.

In Anerkennung, dass das Gipfeltreffen zwischen den USA und der DVRK – das erste in der Geschichte – ein epochales Ereignis von großer Bedeutung war, das die jahrzehntelangen Spannungen und Feindseligkeiten zwischen den beiden Ländern überwindet und eine neue Zukunft öffnet, verpflichten sich Präsident Trump und der Vorsitzende Kim Jong Un, die Bestimmungen in dieser gemeinsamen Erklärung vollständig und zügig umzusetzen. Die Vereinigten Staaten und die DVRK verpflichten sich, zum frühestmöglichen Zeitpunkt von US-Außenminister Mike Pompeo und einem hochrangigen DVRK-Beamten geleitete Folgeverhandlungen zur Umsetzung der Ergebnisse des US-DVRK-Gipfels abzuhalten.

Präsident Donald J. Trump aus den Vereinigten Staaten von Amerika und der Vorsitzende Kim Jong Un von der Kommission für Staatsangelegenheiten der Demokratischen Volksrepublik Korea haben sich dazu verpflichtet bei der Entwicklung neuer Beziehungen zwischen den USA und der DVRK sowie bei der Förderung von Frieden, Wohlstand und Sicherheit der koreanischen Halbinsel und der Welt zusammenzuarbeiten.

Also, warum sollte so etwas wegweisend sein? Die Antwort ist, dass hier eine Lösung für ein Problem aufgezeigt wird, welches ich bisher für faktisch unlösbar hielt. Nämlich die Frage nach der nuklearen Abrüstung Nordkoreas. In der Tat, dieses Problem schien unlösbar, schließlich weiß jeder, was Regierungen von Staaten droht, denen die USA feindlich gesinnt ist, aber die keine Atomwaffen haben. Ghadafi und Sadam Hussein lassen grüßen, und auch dem Iran wurde gerade vorgeführt, was Atomabkommen mit den USA wert sind. Also, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist Kim Jong Un kein Selbstmörder, also wird er seine Atomwaffen nicht abgeben. Andererseits, Nordkorea als Atommacht anerkennen ist etwas, was die USA niemals machen würde. Unter Leuten wie Obama sowieso nicht, weil diese an Spannung dort interessiert sind, aber selbst Trump könnte es sich nicht leisten, weil in diesem Fall das Aufgeben der amerikanischen Position viel zu zentral und zu offensichtlich wäre. Was könnte es hier für eine Lösung geben?

Aber, Überraschung, es gibt eine Lösung. Und die Erklärung bietet diese Lösung. Der Schlüssel ist die Anerkennung der Entnuklearisierung ganz Koreas als Ziel. Aber dies ohne konkreten Fahrplan, ohne Zeitplan, ohne jede Details. Und genau das ist der Schlüssel.

Mit der Anerkennung der Entnuklearisierung Koreas als Fernziel hat Trump all das, was er braucht, um dies als außenpolitischen Erfolg feiern zu können. Dazu braucht Trump glücklicherweise nicht viel (in dieser Hinsicht könnte man ihn fast einen genügsamen Menschen nennen, der sich auch mit wenigem zufriedengibt, SCNR). Das unlösbare Problem schwebt nun irgendwo auf Wolke sieben, solange, bis sich vielleicht einmal irgendwann jemand drum kümmert.

Nur, warum sollte das irgendjemand tun? Trump hat kein Interesse daran. Ihm ist genauso klar wie jedem anderen, dass das Problem nicht lösbar wäre. Der einzige Grund für ihn wäre also, aus seinem Erfolg (und Erfolg ist nun mal was er beschließt als Erfolg zu betrachten) noch nachträglich einen Misserfolg zu machen. Kim Jong Un sowieso nicht. Die Russen und die Chinesen erst recht nicht.

Und, nebenbei gesagt, so etwas wie einen Fahrplan gibt es ja doch. Die Reihenfolge der Punkte ist ja immer auch eine Rangfolge. Die Entnuklearisierung ist Punkt Nummer drei. Nummer drei!!! Und was sind die Punkte eins und zwei? Ein Friedensregime und neue Beziehungen mit dem Ziel von Frieden und Wohlstand. Wo dies nun einmal die Punkte eins und zwei sind, kann man ja ihre Lösung erst einmal beginnen, auch ohne dass Punkt drei bereits gelöst ist.

Mit anderen Worten, in dieser Anordnung der Punkte wird, ohne dass es so gesagt wird, gesagt, dass die Denuklearisierung erst einmal warten kann, bis zum Sankt Nimmerlein, was zuerst gemacht werden muss, ist ein Friedensschluss einschließlich Aufbau von neuen Beziehungen.

Und, als besondere Absicherung, werden sich die Globalisten nicht einmal darüber aufregen können, wenn Kim seine Atomwaffen behält. Denn in der Erklärung steht nun einmal als Ziel die Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel. D.h. die Amis müssten auch ihre Nuklearwaffen abziehen. Und weil dies etwas ist, was die Globalisten am allerwenigsten möchten, werden sie kaum allzu laut fordern, dass dieser Punkt drei umgesetzt wird.

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Die Blamage der Globalisten III: Chemiewaffenfabriken bombardieren http://libertarian.blogsport.de/2018/04/26/die-blamage-der-globalisten-iii-chemiewaffenfabriken-bombardieren/ http://libertarian.blogsport.de/2018/04/26/die-blamage-der-globalisten-iii-chemiewaffenfabriken-bombardieren/#comments Thu, 26 Apr 2018 06:19:43 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2018/04/26/die-blamage-der-globalisten-iii-chemiewaffenfabriken-bombardieren/ Eine Allianz aus Frankreich, UK, und US (was sich sehr schön als FUKUS abkürzen lässt) hat, als Vergeltung für den angeblichen Giftgasangriff, Syrien angegriffen. Die militärische Aktion selbst ist schon für sich eine beispiellose Blamage:

  • FUKUS haben sich brav an die russischen Vorgaben gehalten, unter denen es auf einen Gegenschlag verzichtet, und sind somit „chicken“.
  • Von den 103 Cruise Missiles wurden 71 abgeschossen. Zwei explodierten nicht und wurden inzwischen nach Russland geschickt.
  • Von den Cruise Missiles, die gegen gut verteidigte militärische Objekte (Militärflughäfen) gerichtet waren, kam keine einzige am Ziel an. Getroffen wurden lediglich nur schwach verteidigte Objekte ohne militärische Bedeutung.
  • Die amerikanische Version (alle Raketen sind angekommen, alle Ziele zerstört) ist so lächerlich, dass selbst SOHR mehr als 65 Abschüsse zugab.
  • Die Behauptung, die getroffenen Ziele wären relevant für die Chemiewaffenherstellung gewesen, würde die Aktion zu einem Kriegsverbrechen machen.
  • Mit Macron und May sind die Führungsfiguren der Globalisten voll mit dabei.

FUKUS hält sich brav an die russischen Vorschriften

Eine militärische Aktion ist immer natürlich auch ein Kräftemessen. Dieses Element gibt es hier auch. Und in einer Zeit, in der beide Seiten nicht an einem richtigen Krieg interessiert sind, ist eine gerade bei den Amis beliebte Form, in der dieses Kräftemessen stattfindet, das sogenannte „chicken game“. Zwei Autos rasen direkt aufeinander zu, bis einer der beiden zu viel Angst hat und ausweicht. Der ist dann „chicken“, ein verachtenswertes Hühnchen. Russland war natürlich von Anfang an klar, dass die USA solche Spiele spielen werden, und bereit dazu. In diesem Fall hat Russland sogar das Startsignal gegeben, mit einer öffentlichen Erklärung der militärischen Führung (Gerasimow), dass, wenn russische Bürger durch einen Raketenangriff gefährdet werden, nicht nur die Raketen, sondern auch die Schiffe oder Flugzeuge, von denen sie abgeschossen werden, selbst angegriffen werden. Und zum Unterstreichen der Ansage flogen ein paar Spezialflugzeuge zur U-Boot Bekämpfung nach Syrien.

Allerdings was dies keine reine Variante des chicken game, sondern eine mit zwei Ebenen. Einmal auf der Ebene der Realität, und eine zweite auf der Ebene der Medien. Die etwas undurchsichtige, schwer zu interpretierende Bedigung, dass russische Bürger gefährdet wären, trennte diese beiden Ebenen voneinander. Denn damit gibt es eine diplomatische Ebene – dort fragt man einfach an, wie genau man dies zu verstehen hat, und bekommt eine präzise Antwort – und die öffentliche Ebene, wo die Medien natürlich alles fehlinterpretieren werden was sie fehlinterpretieren können. Diese Aufteilung ermöglichte es FUKUS, auf der internen Ebene zu verlieren, indem man sich brav an die russischen Bedingungen hält, aber auf der öffentlichen Ebene den Sieger spielen zu können, weil man nutig, trotz der Drohungen, angegriffen hat, und die Russen sich dann doch nicht getraut haben, amerikanische Schiffe abzuschießen.

Haben die Russen hier geschlampt? Keineswegs, ich denke, dass das ganz bewusst so geplant war. Putin ist bekannt dafür, dass er Angebote macht, mit denen der Gegner sein Gesicht wahren kann. Ziel seiner Politik ist nicht die symbolische Erniedrigung seiner Gegner, sondern reale Erfolge. Für westliche Politiker ist hingegen die Mediendarstellung der Ergebnisse wichtiger als die realen Ergebnisse selbst. Eine Schwäche des Westens, die Putin systematisch und gezielt ausnutzt. Die Frage, wer in einem solchen chicken game verliert, ist durchaus wichtig – aber sie ist sehr viel wichtiger auf der diplomatischen Ebene, der Ebene der politischen Eliten weltweit, die das, was dem Pöbel in den Medien präsentiert wird, sowieso nicht ernst nehmen. Die Möglichkeit, dies in den Medien dann doch anders verkaufen zu können, versüßt die bittere Pille.

Die realen Bedingungen waren hart: FUKUS musste die genaue Liste der Ziele den Russen rechtzeitig vorher mitteilen. So rechtzeitig, dass die Russen möglicherweise dort befindliche russische Bürger von dort evakuieren konnten. Die Russen machten auch keinerlei Versprechen, diese Information nicht auch den Syrern und Iranern mitzuteilen. Und diese Bedingungen wurden auch eingehalten. Warum bin ich mir da so sicher, dass genau dies die Regeln waren, die die Russen vorgegeben haben? Ganz einfach, genau nach diesen Regeln hat auch der Angriff auf den Flugplatz Schairat vor einem Jahr stattgefunden. Deshalb brauchte ich mir nur die Erklärung selbst ansehen, und die einzige Frage dabei war für mich, wäre ein Schairat 2.0 damit ausgeschlossen oder nicht. Meine Antwort darauf war einfach – nein, Schairat 2.0 ist damit nicht ausgeschlossen, wenn die Regeln die sind, wie ich sie interpretiert habe. Und alles was an (unbestätigten) Informationen nebenbei hereinkam, passte sehr gut dazu: Info 1: Die Amis hätten die Russen um Information darüber gebeben, wo genau in Syrien russisches Militär ist. Die Russen weigerten sich, solch sensible Information an den Westen zu geben. Info 2: Die Syrer hätten vor dem Angriff ihre Flugzeuge von verschiedenen Flugplätzen woanders hin geflogen. Angeblich auf die russische Basis, aber so überzeugt davon wirkte die Quelle nicht.

Die offiziellen Statements stimmten damit überein, dass die Russen vorher konsultiert worden waren.

Die rein militärische Blamage

Militärisch gesehen war der Angriff eine vernichtende Niederlage von FUKUS.

Erst einmal wurden 71 von 103 Missiles abgeschossen. Nun könnte man ja annehmen, selbst wenn ein paar Missiles abgeschossen wurden, so kamen doch auch einige an. Und die Amis haben ja nun genug von dem Zeug. Nur, das ist nicht, worauf es ankommt, weil es einfach nicht alle Ziele wert sind, wirklich beschützt zu werden. Die syrische Luftwaffe ist vor allem Objektschutz. Und unter den Zielen waren mehrere Militärflugplätze. Militärflugplätze sind Ziele, die geschützt werden. Und keiner der in Benutzung befindlichen Militärflugplätze wurde getroffen. Lediglich bei einem Flugplatz in Homs kamen einige Raketen zwar durch, trafen aber nicht den Flugplatz selbst, sondern ein paar entfernte Objekte, ohne großen Schaden anzurichten. (Ob diese ein paar km entfernten Objekte das ursprüngliche Ziel waren, als das sie dann als angebliche Chemiewaffenlager oder so verkauft wurden, kann uns dabei egal sein.)

Dann waren es nicht einmal die modernsten russichen Anlagen, die diese 71 von 103 Missiles erreicht haben. Die meisten Abwehrraketen waren alte, sowjetischer Bauart – zwar von den Russen wieder instandgesetzt und moderniesiert, und wohl auch mit modernen russischen Aufklärungsmöglichkeiten verbunden, allerdings keineswegs das letzte Wort der russischen Luftabwehr.

Schon eher unter „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ läuft die Information, dass zwei Raketen gar nicht explodiert sind, und nun nach Russland zur Auswertung geschickt wurden.

Und man lügt noch über die eigene Blamage

Als wenn das noch nicht genug wäre, leugnet man auch noch die Blamage, und das so komplett, dass es schon dadurch völlig unglaubwürdig ist.

Laut Behauptung der USA wurde keine einzige Rakete abgeschossen, alle erreichten ihr Ziel. Und die Ziele waren, hm, eben nur die Objekte, die getroffen wurden.

Peinlich nur, dass selbst der SOHR diese Behauptung zu peinlich war, und sie in ihrem Bericht von mehr als 65 abgeschossenen Raketen sprach:

The Syrian Observatory for Human Rights managed to monitored interception by the regime forces to tens of missiles which targeted their positions and military bases in the Syrian territory, where several intersected sources confirmed to the Syrian Observatory, that the number missiles that were downed, exceeded 65 missiles, of the total number of missiles fired by the Trio Coalition

(SOHR, die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, ist eine klar gegen Assad ausgerichtete Propaganda-Agentur, hinter der mit ziemlicher Sicherheit ein Geheimdienst (vermutlich der britische Geheimdienst MI6) steht. SOHR bekommt qualitativ recht gute Informationen, und informiert dort, wo Lügen schnell auffliegen würden, auch gute Informationen zu liefern. Was sie nicht daran hindert, in anderen Fällen zu lügen oder systematisch zu manipulieren, beispielsweise zählen jihadistische Kämpfer nur dann als Kämpfer, wenn sie desertierte syrische Soldaten sind, ansonsten zählen sie als Zivilisten. Wie auch immer, damit, für Assad Propaganda zu machen, sind sie bisher nicht aufgefallen.)

Man brüstet sich mit (in Wirklichkeit nicht begangenen) Kriegsverbrechen

Noch seltsamer ist jedoch das, als was man die angeblich einzigen Ziele verkauft: Nämlich als Infrastruktur zur Herstellung und Lagerung chemischer Waffen.

Wer ein Lager mit chemischen Waffen bombardiert, nimmt dabei in Kauf, dass dabei die Kampfstoffe freigesetzt werden und die Umgebung verseuchen. Wenn man dies direkt in der Nähe einer Großstadt tut, wie hier bei der Bombardierung des Forschungsinstituts in Barsa, einem Vorort von Damaskus, nimmt dabei den Tod vieler Zivilisten in Kauf. Was unterscheidet dies von einem eigenen Einsatz von Chemiewaffen? Faktisch nur die geringe Sicherheit, mit der das Ziel auch erreicht wird. Sicherlich, ein Experte für Kriegsrecht, der ich nicht bin, mag das anders sehen, aber für mich wäre eine gezielte Bombardierung einer Stelle, von der man weiß, dass dort Chemiewaffen gelagert werden, genauso ein Kriegsverbrechen wie der Einsatz von Chemiewaffen selbst. Insofern ist die Behauptung des Westens, Chemiewaffenlager bombardiert zu haben, faktsich eine Selbstbezichtigung, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Die angebliche Chemiewaffenfabrik

Zum Glück für die FUKUS wissen wir alle, dass sie dieses Kriegsverbrechen nicht begangen hat. Einfach weil es in Syrien (außer vielleicht in dem Westen bekannten Lagerstätten im von seinen „moderaten Rebellen“ kontrollierten Gebieten) keine Chemiewaffen-Infrastruktur mehr gibt, weder Fabriken noch Lager. Und, in der Tat, an keinem der drei Orte wurden irgendwelche Spuren von ausgetretenen Kampfstoffen beobachtet.

Die Globalisten werden eingebunden und so bloßgestellt

Ein interessanter Aspekt, vor allem auch ein wichtiger Unterschied zu dem, was im vorigen Jahr passierte, ist, dass die Globalisten sich an dieser Aktion offen beteiligt haben, und damit auch die gesamte Blamage mit abfassen. Dies war voriges Jahr anders. Damals ging zwar auch der gefakte Giftgasangriff und die darauffolgende Kriegshetze von den Globalisten aus. Aber die rein militärische Aktion ging von Trump aus. Die Globalisten reagierten darauf nur, in dem sie entweder Trump feierten („Heute ist Trump unser Präsident geworden“) oder, wie Clinton, noch mehr Krieg forderten.

Diesmal sind sie explizit in den Kriegseinsatz mit eingebunden. Mit dieser Einbindung der Globalisten hat Trump faktisch eine wichtige Propagandaline der Trump-Gegner ausgehebelt – nämlich ihn als kriegswütigen und gefährlichen Irren darzustellen, mit der erfahrenen Diplomatin Clinton oder irgendeinem andere Globalisten als Alternative.

Es sind somit nun, im Gegensatz zum vorigen Jahr, auch die Globalisten, die offen gegen jedes Völkerrecht verstoßen, auch sie wurden militärisch blamiert, gerade auch sie haben sich selbst als Lügner disqualifiziert, und das sowohl was die angebliche Giftgasattacke betrifft als auch die Leugnung der militärischen Blamage.

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Die Blamage der Globalisten II: Giftgas in Douma http://libertarian.blogsport.de/2018/04/22/die-blamage-der-globalisten-ii-giftgas-in-douma/ http://libertarian.blogsport.de/2018/04/22/die-blamage-der-globalisten-ii-giftgas-in-douma/#comments Sun, 22 Apr 2018 11:31:33 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2018/04/22/die-blamage-der-globalisten-ii-giftgas-in-douma/ Gleich nach Skripal ging es weiter, nämlich wieder einmal mit einem False Flag Gasangriff in der Stadt Douma. Der Unterschied zu früheren solchen Angriffen ist nicht, dass die anderen keine False Flag Angriffe gewesen wären, sondern in der Offensichtlichkeit der Fälschung. Trotzdem, der Westen reagierte wie vorher geplant, ohne Rücksicht auf Verluste, und der Schaden für den Westen potentierte sich. Kurz zusammengefasst, zeigt der Angriff folgendes:

  • Der Westen kümmert sich bei seinen False Flag Attacken überhaupt nicht darum, ob der angebliche Täter überhaupt ein Motiv hat – dass so ein Angriff Assad schadet interessiert überhaupt nicht.
  • Einfache Behauptungen, unterlegt mit ein paar Videos, die leicht als Fakes zu erkennen sind, reichen dem Westen als „Beweis“ aus.
  • Der Westen gibt nicht einmal mehr vor, überhaupt an Aufklärung interessiert zu sein – er greift in der Nacht nachdem Zeugenaussagen aufgetaucht sind, die belegen, dass eines der Videos gefaked ist, und einen Tag bevor die OPCW beginnen soll, den angeblichen Tatort zu untersuchen.
  • Bei der „Bestrafung“ kümmert sich der Westen überhaupt nicht mehr um das Völkerrecht. Er bombardiert wann und wen er Lust hat zu bombardieren.

Giftgas in Douma

Giftgasangriffe, die angeblich von Assad durchgeführt wurden, gehören inzwischen zum Alltag im Informationskrieg. Und die Punkte, die für alle diese angeblich von Assad durchgeführten Giftgasangriffe gelten, gelten hier genauso.

Vor allem, dass ganz offensichtlich Assad keinerlei Motiv hat. Im Gegenteil. Assad ist, seit die Russen gekommen sind, im Bürgerkrieg auf der Gewinnerstraße. Der IS ist faktisch besiegt, Aleppo und Deir Ezzor wurden befreit, das westliche Ufer des Euphrat ist größtenteils unter syrischer Kontrolle, ein nicht unerheblicher Teil der Enklave Idlib und eine riesige Menge kleinerer Terroristenenklaven im Umfeld von Damaskus wurden zur Aufgabe gezwungen. Die einzige Gefahr für seinen Sieg im Bürgerkrieg ist eine Eskalation durch ein direktes Eingreifen der USA oder anderer westlicher Staaten. Der Westen hat ganz offiziell gesagt, was ihn dazu bewegen könnte, militärisch direkt einzugreifen – Giftgasangriffe. Und deshalb ist es völlig offensichtlich, dass Assad so etwas am allerwenigsten tun würde. Hingegen ist genauso offensichtlich, dass die Terroristen genau wie alle die, die am Sturz Assads interessiert sind, also insbesondere die Globalisten, sehr daran interessiert sind, dass Assad solche Angriffe „nachgewiesen“ werden können. Also, die klassische cui bono Frage gibt eine eindeutige Antwort: Es ist nicht Assad, der Giftgas einsetzt.

Ähnlich wie im Fall Skripal und in früheren angelichen Giftgasangriffen kommt auch hier hinzu, dass es keine Beweise gibt, sondern lediglich einige ziemlich schwache Indizien gibt – faktisch nur Behauptungen von Weißhelmen, also dem medizinischen Dienst von Al Qaida, der schon lange diskreditiert ist, und ein paar Videos. Insbesondere ein sehr seltsames Video, welches einen Gaskontainer zeigt, der in einem Holzbett liegt, und angeblich von oben durch das Dach hindurch dort reingefallen sein soll – ohne das Bett auch nur kaputtzumachen, und ein Video aus einem Krankenhaus, wo sich die Leute gegenseitig mit Wasser bespritzen und ein paar Kinder Atemhilfe bekommen wie sie bei Asthma üblich ist. Dies war so ziemlich alles. Grob gesagt, es gab faktisch nicht mal ernsthafte Beweise, dass es überhaupt eine Giftgasattacke gab. Dafür, dass Assad der Schuldige ist, gab es überhaupt nichts außer Behauptungen. Schon dass man bei solch einer dünnen Beweislage überhaupt auf die Idee kommt, Assad wegen des Giftgasangriffs mit einer Bombardierung zu bestrafen, zeigt eigentlich jedermann, dass es es gar nicht um Giftgas geht, sondern man bombardieren wollte.

Aber dieser angebliche Giftgasangriff hat auch noch einige spezielle Eigenschaften, die ihn von früheren unterscheiden. Die wohl wichtigste: Er fand auf einem Gebiet statt, welches kurz vor der Aufgabe durch die Terroristen stand, und sie gaben dann auch prompt am nächsten Tag auf und ließen sich nach Idlib fahren. Und damit passierte etwas, was bei früheren Angriffen nicht möglich war – die Syrer und Russen konnten direkt vor Ort selbst ermitteln. Und dies zeigte auch sehr schnell Ergebnisse. Es gelang, einige der Personen, die in einem der Video in einem Krankenhaus aufgenommen wurden, zu finden – Ärzte in dem Krankenhaus, in dem die Aufnahmen stattfanden – und die sagten aus, dass es gar keine Giftgasopfer gab, sondern lediglich lediglich einige Patienten mit normalen Rauchvergiftungen nach einem Brand. Dann kamen einige Leute mit Kameras und machten Panik mit Behauptungen, es wäre ein Giftgasangriff gewesen, begannen, die Leute mit Wasser zu bespritzen und Kindern Asthmamedizin zu geben, und nahmen alles auf. Das Video aus dem Krankenhaus was also eine Fälschung.

Dass dies eine Fälschung ist, wurde bekannt, bevor die westlichen Alliierten ihren Angriff auf Syrien begannen. Kann man sich überhaupt einen klareren Beweis ausdenken, dass der Westen gar nicht an der Wahrheitsfindung interessiert war, als dass einfach ignoriert wird, dass?

Man kann – nämlich den, den es noch zusätzlich gab. Am Tag nach dem Angriff sollte eine offizielle Delegation des OPCW erstmals den angeblichen Tatort besuchen. Warum wartet man nicht wenigstens ab, was denn dieser Besuch herausfindet? Völlig unabhängig davon, was man glaubt, dass eine solche Untersuchung vor Ort ergibt oder nicht, wenn man auch nur im Geringsten an der Wahrheitsfindung interessiert wäre, würde man sie natürlich abwarten.

Wir sehen also gleich zwei höchst überzeugende Beweise dafür, dass es dem Westen überhaupt nicht mehr auf das reale Geschehen ankommt. Die Behauptung, es hätte einen Giftgasangriff gegeben, wird dadurch faktisch ganz unverhüllt, geradezu demonstrativ, zu einem reinen Propagandavorwand reduziert.

Weiterhin wird von Macron behauptet, er hätte klare Beweise vorliegen. Wie üblich, Geheimdienst-Beweise. Allerdings wird er doch dazu gebracht, sie zu veröffentlichen – und es stellt sich heraus, dass sie im Vergleich zum bereits allgemein bekannten nicht Neues enthalten. Eine weitere Diskreditierung der in der Propaganda des Westens oft vorgebrachten Behauptung, man hätte vom Geheimdienst Beweise bekommen.

Als wenn das noch nicht ausreichen würde, führt man der Welt noch ein weiteres Mal vor, dass man sich überhaupt nicht mehr an irgendein Völkerrecht gebunden fühlt, und verstößt offen und demonstrativ gegen die UN-Charta. Nur zur Erinnerung, es gibt nur eine Variante, wie man solch eine Bombardierung völkerrechtlich begründen könnte, und das wäre durch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Den hat es nicht gegeben, und trotzdem wurde bombardiert.

Man könnte einwenden, das alles sei nicht so besonders neu – auch bei dem angeblichen Chemiewaffenangriff vor einem Jahr in Chan Sheikhun war die Anschuldigung völlig an den Haaren herbeigezogen. Auch da wurde offen gegen das Völkerrecht verstoßen. Allerdings ist die aktuelle Situation deutlich krasser, einfach weil der Angriff deutlich schlechter gefakt worden war, die Russen zum Zeitpunkt des Angriffs schon klare Beweise vorgelegt hatten, dass zumindest eines der Videos eine klare Fälschung war, und klar war, dass die OPCW direkt vor Ort würden Untersuchungen durchführen können, diese jedoch nicht abgewartet wurden. Eine solch offene Ignoranz der Fakten gab es voriges Jahr nicht. Lediglich die offensichtliche Motivlage wurde völlig ignoriert, und die Kritik der Videos, die die Weißhelme produziert haben, wurde ignoriert. Die völlige Ignoranz der Zeugenaussagen zum Video wie auch das Nichtabwarten der Untersuchung vor Ort sind hingegen eine so krasse demonstrative Ignoranz der Realität, dass zumindest ich mir so etwas Krasses voriges Jahr noch nicht vorstellen konnte.

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Die Blamage der Globalisten I: Skripal http://libertarian.blogsport.de/2018/04/19/die-blamage-der-globalisten-i-skripal/ http://libertarian.blogsport.de/2018/04/19/die-blamage-der-globalisten-i-skripal/#comments Thu, 19 Apr 2018 15:48:52 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2018/04/19/die-blamage-der-globalisten-i-skripal/ Die Globalisten haben sich gerade gewaltig blamiert. So gewaltig, dass man sich einfach nur an den Kopf fassen muss. Das erstaunlichste an dieser Veranstaltung ist: Wie können die Globalisten so dumm sein, sich auf diese Art und Weise vorführen zu lassen?

Die Blamage ist so groß, dass ich sie unterteilen muss in mehrere Beiträge. Der erste Beitrag betrifft den Fall Skripal. Hier haben sich die Globalisten angestrengt, der Welt folgendes zu zeigen:

  • Anschuldigungen der Globalisten gegen Russland scheren sich überhaupt nicht um die Wahrheit, nicht mal darum, ob die Anschuldigungen überhaupt plausibel sind. Was man leicht erkennen kann, weil Russland keinerlei Motiv hatte es zu tun, aber ein starkes, es nicht zu tun.
  • Es kümmert überhaupt nicht, dass die Motivlage eher auf die Gegner Russlands zeigt.
  • Die Indizien, die vorgebracht wurden, sind lächerlich. Sie sind inzwischen widerlegt, aber das kümmert niemanden.
  • Die Bestrafung erfolgt ohne jede Beziehung zu irgendeinem Schuldnachweis.
  • Rechtliche Verpflichtungen kümmern GB überhaupt nicht mehr.
  • Behauptungen, es gäbe Geheimdienstbeweise, die man wegen Quellenschutz nicht veröffentlichen könnte, die aber die Politiker hätten, wurden lächerlich gemacht.
  • Als eigentliche Ursache für die trotzdem gezeigte „Solidarität“ anderer Staaten zeigte sich einfach nur blanker politischer Druck aus Washington.
  • Die Europäer wurden aufgeteilt in anständige Politiker, die dem Druck, sich unethisch zu verhalten, nicht nachgaben, und von den USA erpressbare Waschlappen.

Der Fall Skripal

Die Briten behaupten, die Russen hätten den ehemaligen Spion Skripal und seine Tochter vergiftet.

Allerdings fehlt den Russen jedes plausible Motiv. Das Einzige, was man als Motiv verkaufen kann, ist, dass Skripal selbst Doppelspion war, und Geheimnisse der Russen an den Westen verkauft hat. Das wäre ein Motiv, sich an ihm zu rächen. Verräter müssen sterben. Nur, das ist hinten und vorne nicht plausibel. Schließlich stand der Mann deswegen vor Gericht, und wurde zu 13 Jahren verurteilt, und dann nach ein paar durchaus nicht unerheblichen Jahren ausgetauscht. Und während man Verräter im Prinzip durchaus auch mal umbringt, sind Leute, die ausgetauscht wurden, tabu, und ihre Familienangehörigen erst recht. Eine Regel, die ein Geheimdienstmann wie Putin, der außerdem bekannt dafür ist, dass er sich an Absprachen hält, kaum brechen wird.

Aber selbst wenn man ihm das zutrauen würde: Hätte man ihn umbringen wollen, hätte man jahrelang Zeit dafür gehabt, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Und selbst wenn man es sich später anders überlegt hätte – einer seiner Schulfreunde sagte, er hätte Putin um Begnadigung gebeten, um zurückzukommen zu dürfen – also hätte man ihn einfach zurückkommen lassen können und ihn dann ermorden können.

Und völlig unglaubwürdig wird das Motiv dadurch, dass man sich den geradezu unglaubwürdigsten Termin dazu ausgesucht hat – kurz vor den Präsidentenwahlen in Russland, und kurz vor der Fussball-WM in Russland. Also gleich zwei Termine, vor denen man alles will nur keine diplomatischen Skandale.

Genau dies liefert jedoch ein klares Motiv für die Gegenseite: Die Gegner Putins sind natürlich gerade vor den Wahlen daran interessiert, ihn als Giftmörder zu diskreditieren, und die Fussball-WM durch Boykott zu sabotieren.

Als wenn diese Motivlage noch nicht ausreicht, finden sich noch unabhängig davon ein fettes Motiv: Skripal war sehr eng mit Steele verbunden, ja, der Steele, der für das Trump-Dossier verantwortlich zeichnet. So eng, dass man durchaus vermuten kann, er hätte selbst an dem Dossier mitgearbeitet. Was liegt in einem solche Fall näher als folgende Hypothese: Wenn jemand aus Russland einen der Mitarbeiter des Dossiers besucht, dürfte das Grund genug sein, diesen zu überwachen. Was, wenn diese Überwachung ergibt, dass Skripal seiner Tochter schon relevante Informationen übergeben hat, sagen wir, um sich so seine Begnadigung zu erarbeiten?

Als wenn ein völlig fehlendes Motiv gegen gleich zwei höchst plausible Motive auf der Gegenseite noch nicht genug wären, gibt es nicht mal den Anschein eines Beweises. Was als Indiz verkauft wird, welches ein „highly likely“ rechtfertigen soll, ist einfach nur peinlich: Die Tatwaffe wäre ein Giftgas, welches in der Sowjetunion hergestellt wurde, also könne nur Russland das Zeug haben. Peinlich, dass sich schnell herausstellte, dass das Zeug so ziemlich jedermann hat, der über Chemiewaffen forscht, die Formel davon sogar offen publiziert ist, und die Briten selbst das Zeug gerade mal 8 Meilen vom Tatort entfernt selbst in ihrem Chemiewaffenlabor Porton Down haben. Mit anderen Worten, das einzige Indiz ist überhaupt keins mehr.

Aber auch das reicht noch nicht aus für die volle Blamage. Man stellt Russland sinnlose Ultimaten. Man weigert sich, mit Russland bei der Aufklärung zusammenzuarbeiten. Man gibt den Russen keine Proben, obwohl man dies machen müsste, wenn man erwartet, dass Russland bei der Aufklärung hilft. Man verweigert russischen Diplomaten den Zugang zu Julia Skripal – also einem russischen Staatsbürger, auf den in Großbritanien ein lebensgefärhlicher Anschlag verübt wurde. Dann reagiert man mit demonstrativer Bestrafung Russlands durch Ausweisung von Diplomaten. So etwas wie eine Unschuldsvermutung gibt es überhaupt nicht mehr, konsularisches Recht und Verträge interessieren nicht mehr.

Mehr noch, man fordert auch von anderen „Solidarität“ ein. Nicht etwa weil man den Russen irgendwas nachweisen könnte, nein, einfach „Solidarität“ in Form von einer Bestrafung Russlands ohne jeden sachlichen Grund.

Auf welcher Basis fordert man diese „Solidarität“ ein? Nun, es wird behauptet, man hätte Beweise. Diese hätte man den anderen Staaten vorgelegt, und dies hätte sie überzeugt. Der Öffentlichkeit könne man die allerdings nicht zeigen, wegen Quellenschutz. Pech nur, dass das, was man den anderen Staaten vorgelegt hat, an die Medien gelangte – und einfach nur peinlich war. Denn es enthielt überhaupt nicht, was auch nur irgendwie geheim gewesen wäre, was die Öffentlichkeit bis dahin noch nicht kannte. Ja, ich denke, diese Quelle muss sicherlich geschützt werden – aber nur davor, ausgelacht zu werden. Die Welt bekommt also den Nachweis, dass angebliche Geheiminformationen, die die Geheimdienste Politikern geben, die diese aber nicht der Öffentlichkeit übergeben dürfen wegen der Geheimhaltung, einfach nur Schrott sind und normalerweise gar nichts enthalten.

Aber warum überzeugt ein solches Nichts an Beweisen andere westliche Politiker? Nun, es hat nicht alle überzeugt. Und die, die es nicht überzeugt hat, sprechen offen von hartem politischen Druck. Und zeigen damit der Öffentlichkeit, wie die „Solidarität“ der „Weltgemeinschaft“ zustande kommt – durch harten Druck aus Washington.

Ist den Herren, die da Druck ausgeübt haben, klar, was sie damit erreichen? Es gibt die, die dem Druck widerstanden haben, und die werden auch in Zukunft geneigt sein, dem Druck zu widerstehen – aber, womit auch immer sie erpresst wurden, die Amis als Feinde ansehen. Und dann gibt es die, die mitgemacht und dem Druck nachgegeben haben. Sie wurden öffentlich als Waschlappen geoutet, als Puppen der USA, als durch die USA erpressbar. Denn einen guten, rationalen Grund für die Ausweisung kann keiner von ihnen angeben. Sie alle wurden genötigt, gegen elementare ethische Grundprinzipien zu verstoßen, nämlich dagegen, dass man niemanden bestraft, von dem man nicht ernsthafte Beweise hat, dass er etwas schlechtes getan hat.

Was noch fehlt, ist das Sahnehäubchen. Die Skripals werden wieder gesund. Was passiert nun mit ihnen? Augenblicklich sieht alles danach aus, dass sie vom Geheimdienst das Angebot bekommen, in einem Zeugenschutzprogramm eine neue Identität zu bekommen. Genauer, das Angebot haben sie schon bekommen. Und, wie (ziemlich verdächtige) angebliche Erklärung suggeriert, wird sie wohl, zusammen mit ihrem Vater das großzügige Angebot annehmen, natürlich keinerlei Kontakt mehr, weder mit den Medien, der russischen Botschaft, nein, nicht einmal mit ihrer Verwandtschaft, aufnehmen wollen. Und für immer mit ihrer neuen Identität verschwinden. Also wer sowas glaubt, … naja. Eigentlich eine Aufforderung, an die böse Verschwörungstheorie zu glauben, die Briten hätten sie einfach umgebracht.

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Wie man Putin-Interviews verfälscht http://libertarian.blogsport.de/2018/04/03/wie-man-putin-interviews-verfaelscht/ http://libertarian.blogsport.de/2018/04/03/wie-man-putin-interviews-verfaelscht/#comments Tue, 03 Apr 2018 19:48:28 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2018/04/03/wie-man-putin-interviews-verfaelscht/ Im Zusammenhang mit der koordinierten Hetze gegen Russland im Zusammenhang mit dem Skripal-Fall wurde öfter mal auch ein Video Putins von 2010 wieder aufgewärmt. Der Independent beschreibt dieses Video so:

A video has re-emerged online that shows Vladimir Putin issuing apparent death threats to Russia’s “traitors”.

In the clip the Russian President is seen warning that those who betray the country would face consequences.

Also, grob übersetzt, ein Video sei aufgetaucht welches zeigt, wie Wladimir Putin Morddrohungen gegen russische Verräter macht. Der Clip zeige den russischen Präsidenten, wie er warnt, dass die, die ihr Land verraten, Konsequenzen zu erwarten hätten.

Wie üblich wenn westliche Quellen Putin oder andere russische Politiker zitieren, ist es ratsam, sich das Original zu besorgen und zu vergleichen. Ich hab das auch schon früher gemacht. Und auch hier wieder ein Treffer.

Ich hab zwar leider kein vollständiges Video gefunden, nur einen kleinen Ausschnitt, allerdings einen etwas ausführlicheren russischen Bericht von Вести (Westi) darüber. Und, wie zu erwarten, es geht keineswegs um eine Morddrohung. Im Gegenteil – Putin sagt ganz eindeutig, dass die russischen Geheimdienste so etwas nicht tun. Was er sagt, dass den Verrätern die 30 Silberlinge im Hals steckenbleiben werden.

Also, dies ist eindeutig keine Drohung – es ist eine Voraussage, dass die Verräter mit ihrem Judaslohn nicht glücklich werden, sondern enden werden wie Judas, der sich selbst tötete. Also, eine klare Fälschung, durch Weglassen des Kontextes – der klaren Aussage, dass russische Geheimdienste Verräter nicht umbringen.

Ich übersetze hier mal diesen Bericht möglichst genau:

In Russland gibt es keine Spezialabteilungen, die Befehle zur Beseitigung von Verrätern – ehemaligen Angehörigen der Geheimdienste – durchführen, erklärte der Premier der RF während einer Live-Schaltung des Programms „Gespräch mit Wladimir Putin“. „Russische Geheimdienste verwenden solche Mittel nicht“ bemerkte der Premier. „Was die Verräter betrifft, die gehen von ganz alleine drauf“.
Auf eine Frage, ob Putin als Staatschef, wie andere Staatschefs auch, Befehle über die Liquidierung von Volksfeinden im Ausland zu unterschrieben hatte, sagte der Premier: „Ich glaube nicht, dass direkt die Staatschefs solche Befehle unterschrieben haben, auch früher nicht. Das ist Sache der Geheimdienste.“

„Während der Sowjetzeit, auch in der Stalinzeit – das ist kein Geheimnis – gab es Spezialabteilungen, die unter anderem auch Aufgaben zur Liquidierung von Verrätern ausführten. Diese Abteilgungen sind selbst schon lange liquidiert worden.“ unterstrich Putin.

Nach seinen Worten haben viele Geheimdienste, insbesondere israelische, solche Methoden verwendet. „Und, nach allem zu urteilen, haben, was den heutigen Tag betrifft, bei weitem nicht alle davon Abstand genommen.“

Beim Betrachten desletzten Falls von Verrat, als in den USA Russen aufgespürt wurden, die später mit Moskau ausgetauscht wurden, unterstrich Putin: „Dieser Mann hat seine Freunde verraten, seine Kampfgenossen.“

„Aufklärer – das sind Menschen, die ihr ganzes Leben auf den Altar des Vaterlandes legen. Man muss die Sprache auf dem Niveau der Muttersprache lernen, sich von Verwandten trennen, auf die Möglichkeit verzichten, zur Beerdigung naher Menschen zu kommen. Das müssen Sie sich mal vorstellen.“ bemerkte der Premier.

Und dann kommt so ein Rindvieh, welches diese Leute verrät. Wie werden sie damit leben, ihr ganzes weiteres Leben? Wie wird dieses Schwein seinen Kindern in die Augen schauen?“ fragte Putin rhetorisch.

„Was auch immer, und welche 30 Silberlinge diese Leute auch kriegen, sie werden ihnen im Hals steckenbleiben.“

In einer weiteren Quelle (РИА (RIA)) findet man noch die Frage im Wortlaut: „Als Sie über die letzten Spionageskandale sprachen, bemerkten Sie: Verräter leben nicht lange. Die Führer vieler Staaten, wie man aus Erinnerungen weiß, unterschrieben Befehle zur Liquidierung von Feinden der Heimat im Ausland. Das haben die Franzosen und die Israelis gemacht. Mussten Sie als Staatsoberhaupt irgendwann enmal solche Entscheidungen treffen?“

Hier die Originale:

В России нет спецподразделений, которые выполняли бы приказы по ликвидации предателей – бывших сотрудников спецслужб, заявил премьер РФ во время прямой трансляции программы „Разговор с Владимиром Путиным. Продолжение“. „Российские спецслужбы таких средств не используют, – отметил премьер. – Что касается предателей, они сами загнутся“.
Отвечая на вопрос, приходилось ли Путину, будучи главой государства, как лидерам других стран, подписывать приказы о ликвидации за рубежом врагов Родины, премьер сказал: „Я не думаю, что прямо лидеры государств даже в прошлом подписывали такие приказы. Это дело спецслужб“.
„И в советские времена, и в сталинские времена – это не секрет – были специальные подразделения, которые выполняли, в том числе и задачи по ликвидации предателей. Такие подразделения были сами давно ликвидированы“, – подчеркнул Путин.
По его словам, многие спецслужбы – в частности, израильские – такие методы применяли, „да, судя по всему, что касается сегодняшнего дня, далеко не все еще от этого отказались“.
Касаясь последнего случая предательства, когда в США были выявлены россияне, впоследствии выданные Москве, Путин подчеркнул, что „человек предал своих друзей, товарищей по оружию“.
„Разведчики – это люди, которые положили всю жизнь на алтарь Отечества. Нужно выучить язык на уровне родного, отказаться от родственников, отказаться от возможности приехать похоронить близких людей. Вы только вдумайтесь в это“, – заметил премьер.
„Тут нашлась какая-то скотина, которая таких людей предала. Как он будет жить с этим всю свою жизнь? Как он будет смотреть в глаза своим детям, эта свинья?“ – задал риторический вопрос Путин.

„Что бы там ни было и какие бы 30 серебряников эти люди ни получали, они колом встанут в их горле“, – с горечью произнес премьер.

Вопрос, поступивший на сайт, звучал так: „Когда вы говорили о недавних шпионских скандалах, то заметили: предатели долго не живут. Лидеры многих стран, как известно из воспоминаний, подписывали приказы о ликвидации врагов Родины за рубежом. Так поступали французы, израильтяне. А вам как главе государства приходилось ли когда-нибудь принимать такие решения в прошлом?“

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Und mal wieder verteidigt die Zeit die Weißhelme http://libertarian.blogsport.de/2017/03/13/und-mal-wieder-verteidigt-die-zeit-die-weisshelme/ http://libertarian.blogsport.de/2017/03/13/und-mal-wieder-verteidigt-die-zeit-die-weisshelme/#comments Mon, 13 Mar 2017 13:25:49 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2017/03/13/und-mal-wieder-verteidigt-die-zeit-die-weisshelme/ Ich habe es mal wieder geschafft, dass ein Kommentaraccount von mir auf Zeit Online gesperrt wurde.

Eigentlich nur das übliche, die Zeit konnte sich mal wieder nicht enthalten, ein Bild aus der neuen Kustrichtung „Weißhelm mit verletztem Kind auf dem Arm vor Ruinen“ zu bringen. Ich habe dann die Fans dieser Kunst auf ein paar schöne Sammlungen hingewiesen, nämlich diese und diese. Dass die zweite auf russisch war, war, obwohl es darauf eigentlich gar nicht ankam – die wichtige Information über den Superstar dieser Kunstrichtung ist ja den Bildern selbst zu entnehmen, war dann ein Vorwand, gleich beide Links zu streichen, mit der Begründung

Entfernt. Bitte verlinken Sie auf Artikel in einer für alle Mitforisten verständlichen Sprache. Die Redaktion/ja

Nun, kein Problem, Bilder vom Superstar gab es ja auch hier auf englisch.

Tja, das war dann halt zuviel für die Redaktion, und ich wurde gesperrt.

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Wie die Lügenpresse ökonomisch funktioniert http://libertarian.blogsport.de/2017/01/28/wie-die-luegenpresse-oekonomisch-funktioniert/ http://libertarian.blogsport.de/2017/01/28/wie-die-luegenpresse-oekonomisch-funktioniert/#comments Sat, 28 Jan 2017 15:00:57 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2017/01/28/wie-die-luegenpresse-oekonomisch-funktioniert/ Ich habe mich nun schon einige Zeit lang darüber gewundert, wieso die Lügenpresse einfach so weitermacht wie bisher, und das trotz doch recht deutlicher Einbußen an Lesern, vor allem an zahlenden Lesern. Warum nutzt nicht die eine oder andere Zeitung die offen vor aller Augen liegende Möglichkeit, aus der Lügenpresse auszuscheren und einfach mal die Wahrheit zu drucken?

Oder, selbst wenn die alten Zeitungen das nicht tun: Fehlt es etwa an der Freiheit, überhaupt eine neue Zeitung zu gründen, die dann einfach die Wahrheit schreiben kann? Und, weil beim heutigen Zustand der Lügenpresse der Unterschied sofort auffiele, schnell genug genügend Leser finden könnte?

Erstaunlicherweise braucht man keine allzu große Konspirationstheorie, keine Freimaurernetzwerke, die alle Medien kontrollieren und Neueinsteiger hinterhältig um die Ecke bringen, um die augenblickliche Lage auf dem Pressemarkt zu erklären. Recht einfache ökonomische Betrachtungen reichen auch aus.

Politische Medienmacht als Einnahmequelle

Der Punkt ist, dass die Presse in einer Demokratie nicht nur ein Mittel ist, über den Verkauf von Zeitungen an interessierte Leser Profit zu machen. Sondern eben auch ein Mittel, mit der man die Politik selbst beeinflussen kann. Man mag einen Politiker nicht, aber man kontrolliert die Presse? Kein Problem, eine Verleumdungskampagne und der Politiker ist weg. Man mag eine Partei nicht? Im nächsten Wahlkampf unterstützt man die Konkurrenz, und die Partei ist weg vom Fenster.

Wer jedoch über eigene Pressemacht Politiker kontrollieren kann, hat natürlich ganz neue Einnahmemöglichkeiten: Politische Macht ist Geld wert, sehr viel Geld.

Unprofitabilität kleiner Medien als Folge

Und damit gibt es unter den Medienbesitzern zwei Gruppen: Einmal die, die ihren Profit durch Zeitungsverkauf machen wollen, und dann die, die ihren Profit über die Medienmacht auf Politiker machen wollen. Weil letzteres sehr große Profite bringt, kann die zweite Gruppe damit leben, dass der Zeitungsverkauf als solcher ein Verlustgeschäft wird. Ist er das nicht, schön. Aber wenn er es ist – was solls, der politische Profit spielt die Verluste wieder ein.

Wenn aber der Zeitungsverkauf als solcher ein Verlustgeschäft ist, dann sind all die, die ihren Profit durch Zeitungsverkauf machen wollen, automatisch raus aus dem Markt. Sie verkaufen ihre Zeitungen. An wen? An die, die über die politische Macht der Medien ihre Gewinne machen wollen.

Nun kommt eines hinzu: Eine Lokalzeitung hat keine wirkliche politische Macht. Die politische Macht haben nur die ganz Großen. Deren politische Macht natürlich auch mit dem billigen Aufkauf der Lokalzeitung weiter wächst. Das ökonomische Argument erlaubt also eine Voraussage: Der Medienmarkt wird sich konzentrieren in der Hand einiger Großkonzerne. Weil nur diese Großkonzerne politische Macht aus der Medienkontrolle gewinnen können.

Interessant ist, dass dieser ökonomische Mechanismus völlig unabhängig davon wirkt, was die realen Kosten sind, um eine Zeitung zu betreiben. Im Konkurrenzkampf spielen Kosten keine absolute Rolle, sondern eine relative. Wenn die Konkurrenz zusätzliche Einnahmequellen hat, und daher ihr Produkt billiger anbieten kann, kann sie immer unter den reinen Produktionskosten derer bleiben, die diese zusätzlichen Möglichkeiten nicht haben.

Die einfach nur die Wahrheit schreibende Lokalzeitung hat die Möglichkeit, ihre nicht existierende Macht in Geld umzusetzen, nicht. Und damit wird sie im Konkurrenzkampf unprofitabel – völlig unabhängig von ihren Produktionskosten.

Die Großkonzerne als Medienkonglomerate

Außerdem ergibt sich noch eine weitere Voraussage: Für die politische Macht, die das Medium gibt, ist nur die Zahl der Nutzer relevant. Unterschiede zwischen Fernsehen, Radio oder Zeitung sind dafür irrelevant. Unterschiede zwischen Qualitätspresse und Boulevardpresse auch. Wenn ein Großkonzern seinen Profit aus der politischen Macht ziehen will, wird er also alle Medien ohne Unterschied aufkaufen. Die großen Medienkonzerne werden daher eher Mischkonzerne sein.

Es gibt durchaus Einwände. Sicher wird ein Konzern, der schon eine Menge Rechte zur Fernsehausstrahlung aller möglichen Filme oder so besitzt, eher Fernsehsender kaufen als Zeitungen, und ein Zeitungskonzern, der sowieso schon eine Menge Auslandskorrespondenten hat, dürfte eher Zeitungen kaufen, die die Berichte derselben Korrespondenten auch gleich mit verwenden können – dies wird also keine reine Tendenz sein. Trotzdem, wenn sich beide zusammenschließen, vergrößern sie ihre Medienmacht, und damit ihre politischen Einnahmen, überproportional. Warum sollten sie es also nicht tun?

Wie auch immer, sowohl die Konzentration im Medienbereich überall auf der Welt als auch dass die verbleibenden Großkonzerne keine Spezialisten, sondern Mischkonzerne sind, scheint mir, ohne dass ich das jetzt nachweisen will, bekannt und offensichtlich genug.

Über die Unprofitabilität, einfach nur die Wahrheit zu schreiben

Die dritte Voraussage ist, dass es keine Newcomer mehr geben wird, die einfach nur die Wahrheit schreiben. Warum? Weil die Medien selbst, ohne den politischen Profit, einfach nur noch ein Zuschussgeschäft sind. Es müsste also jemand diese Kosten übernehmen.

Im Fall von RT sind es, ganz offen, die Russen. Sie haben, angesichts der antirussischen Hetze der Lügenpresse, erkannt, dass der politische Schaden, den die Lügenpresse für Russland anrichtet, zu hoch ist, und es sich daher einfach lohnt, die Lügenpresse als solche zu diskreditieren, indem man die Kosten dafür in Kauf nimmt, einen Fernsehsender zu betreiben, der einfach nur gegen die Lügenpresse opponiert. RT hat ganz offenbar genügend Zuschauer. Wäre ein Fernsehsender mit genügend Zuschauern heute an und für sich noch profitabel, bräuchte RT nicht den russichen Staat zur Finanzierung seiner Grundausstattung.

Und damit haben wir auch auf die Frage, wie und wieso die Lügenpresse so erstaunlich einheitlich ist, und wieso sie überhaupt nicht bereit ist, sich trotz Verluste in ihren Einnahmen auch nur ein bisschen zu ändern.

Zeitungen und Fernsehsender zu betreiben lohnt sich nicht, wenn nicht dahinter ein Großkonzern steht, der über seine Medienmacht politische Profite einfährt. Die politischen Profite ergeben sich jedoch nur daraus, dass die eigenen Medien des Großkonzerns die politischen Befehle der Zentrale gehorsam umsetzen. Die politische Einheitlichkeit ist notwendig für den eigentlichen, auf politischer Macht beruhenden, Profit. Dieser Profit ist jedoch existenziell – denn einfach nur die Wahrheit schreiben wäre unprofitabel.

Und damit ist auch klar, warum die Medien nicht lernen, was jedermann offensichtlich ist – nämlich dass es keine gute Idee ist, offen und leicht durchschaubar zu lügen. Solange für die Medien, die lügen, genug gezahlt wird, lohnt es sich für den Medienkonzern, zu lügen.

Wie genau funktioniert die Bezahlung für politische Dienstleistungen?

Schön und gut, sicher haben Medien politischen Einfluss, aber auf welche Art und Weise kommen sie dafür an das Geld?

Nun, für den ökonomisch Denkenden ist dies eine recht sinnlose Frage. Es gibt eine Person, die etwas zu verkaufen hat, es gibt Personen, die am Produkt interessiert sind, also wird es Handel geben. Legal, illegal, sch…egal. Die Frage nach der Legalität stellt sich außerdem sowieso nur für die Kleinen. Oder meint irgendjemand ernsthaft, bei Transaktionen zwischen Großkonzernen und der Politik würden legale Einschränkungen auch nur eine Rolle spielen?

Wie genau das ablaufen kann, dafür sind natürlich verschiedene Modelle möglich. Nur, bringt es was, über die Details zu spekulieren? Hier reicht einfacher Zynismus völlig aus. Ein Weg, Bestechungsgelder zu zahlen, findet sich immer.

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Globalisten gegen Separatisten http://libertarian.blogsport.de/2017/01/26/globalisten-gegen-separatisten/ http://libertarian.blogsport.de/2017/01/26/globalisten-gegen-separatisten/#comments Thu, 26 Jan 2017 10:05:14 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2017/01/26/globalisten-gegen-separatisten/ Ich denke, Begriffe sind wichtig, und man sollte gut auf sie achten. Weil falsche Begriffe in die Irre führen. Und gerade wenn sich etwas verändert, sollte man darauf achten, dass eine Weiterverwendung der alten Begriffe nicht völlig daneben liegt. Bis hin zur Verwendung neuer Begriffe.

Und neue Begriffe braucht man, wenn sich die Zeiten so radikal ändern wie augenblicklich. Mit Trumps Präsidentschaft bricht eine neue Zeit an. Es geht um das Endstadium des amerikanischen Imperiums. Trump, das scheint nach der TPP-Kündigung absehbar, könnte werden, was Gorbatschow für das Sowjetimperium war: ihr Sargnagel.

Nur, wie bezeichnet man nun am besten die Seiten, die hier plötzlich miteinander kämpfen?

Soweit es die Auseinandersetzung in den USA selbst betrifft, scheint mir Pro-Amerikaner gegen Globalisten die genaueste, am wenigsten irreführende Bezeichnung der Seiten.

„Proamerikaner“ entspricht natürlich direkt Trumps Losung „America first“. Aber es stimmt durchaus auch inhaltlich. Denn das amerikanische Imperium ist eben nicht Amerika. Die Herrscher im amerikanischen Imperium sind ja die globalen Geldeliten, denen Nationalität völlig egal ist, und die einfachen Leute aus dem „Flyover America“ sind für sie genauso verachtenswertes Geschmeiß wie der ärmere Rest der Menschheit.

Manche sehen es als Widerspruch an, dass ein New Yorker Milliardär sich nun so darstellt, als wäre er deren Vertreter. Als wenn es darum ginge. Klar ist er Vertreter eine Gruppe, die sehr wohl zum amerikanischen Establishment gehört. Und dass er überhaupt an die Macht kam, verdankt er nicht nur seiner eigenen Milliarden, sondern vor allem auch der Unterstützung aus diesem Teil des Establishment. Der Punkt ist, dass dieser Teil des Establishment in einem weiteren Sinn eben die Interessen Amerikas vertritt. Es ist der pro-amerikanische Teil des Establishment, im Gegensatz zum globalistischen Teil.

Das amerikanische Imperium zerfällt

Solange alles gut ging mit dem amerikanischen Imperium, gab es zwischen ihnen keinen Konflikt. Warum sollte auch die pro-amerikanische Elite etwas dagegen haben, wenn Amerika die Welt regiert? Das ist ja schließlich etwas, womit man notfalls leben kann. Nur, mit dem amerikanischen Imperium ging es nun einmal abwärts. Unter Bill Clinton fing es langsam an, unter Bush setzte es sich fort, und unter Obama beschleunigte es sich noch. Ein Analytiker hat sogar schon ein Datum identifiziert, als es mit dem amerikanischen Imperium zu Ende gegangen ist, den 3. Oktober 2016:

3. Oktober. Russland zieht sich aus dem Plutonium-Vertrag zurück. Es geht um die Vernichtung von jeweils 34 Tonnen hoch angereichertem, waffenfähigem Plutonium. Aber das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Russland dazu sagt: Wir können den Vertrag gerne wieder reaktivieren, nachdem die USA drei Bedingungen erfüllen:

  1. Die NATO aus Osteuropa abziehen.
  2. Alle Sanktionen gegen Russland aufheben und Reparationszahlungen für alle Sanktionen und alle Gegensanktionen zahlen.
  3. Aufzeigen, wie die USA selbst den Vertrag erfüllen können.

In dieser Reihenfolge.

Ich stimme zu, auch wenn ich das entscheidende Datum drei Tage später sehe. Denn am 4. Oktober 2016 existiert es noch, als die Washington Post, Sprachrohr der Globalisten, faktisch offen Militärschläge der USA gegen Syrien androhte. Ein bisschen verpackt, als Leak, aber das war schon vorher Stil solcher Drohungen.

Last Wednesday, at a Deputies Committee meeting at the White House, officials from the State Department, the CIA and the Joint Chiefs of Staff discussed limited military strikes against the regime as a means of forcing Syrian dictator Bashar al-Assad to pay a cost for his violations of the cease-fire, disrupt his ability to continue committing war crimes against civilians in Aleppo, and raise the pressure on the regime to come back to the negotiating table in a serious way.

Aber dann, am 6. Oktober 2016, kommt die russische Antwort darauf:

Russia currently has S-400 and S-300 air-defense systems deployed to protect its troops stationed at the Tartus naval supply base and the Khmeimim airbase. The radius of the weapons reach may be “a surprise” to all unidentified flying objects, Russian Defense Ministry spokesperson General Igor Konashenkov said.

“Therefore, any missile or air strikes on the territory controlled by the Syrian government will create a clear threat to Russian servicemen.”
“Russian air defense system crews are unlikely to have time to determine in a ‘straight line’ the exact flight paths of missiles and then who the warheads belong to. And all the illusions of amateurs about the existence of ‘invisible’ jets will face a disappointing reality,” Konashenkov added.

Eine solche Ansage kann sich ein Imperium nicht gefallen lassen. Amerika hat es jedoch geschluckt. Es erfolgte kein Angriff auf syrische Stellungen. Das Imperium hat keine Weltherrschaft mehr, die multipolare Welt hat begonnen.

Aber wo auch immer man das Ende der amerikanischen Weltherrschaft lokalisiert, in jedem Fall ist klar, dass es mit der amerikanischen Weltherrschaft zu Ende ging, und das ist auch schon länger klar.

Dadurch entstand jedoch eine neue Situation. Eine, in der die Interessen der Globalisten und der Pro-Amerikaner nicht mehr übereinstimmen. Für die Globalisten ist das amerikanische Imperium das, worum sie kämpfen, mit allen Mitteln. Für sie wäre klar, man müsste alles versuchen, um den Zerfall des Imperiums aufzuhalten, egal was es kostet, und insbesondere auch egal was die Folgen für Amerika selbst sind. Für die Pro-Amerikaner sieht die Situation jedoch anders aus. Herrscher eines Imperiums zu sein mag angenehm sein, aber Amerika selbst ist wichtiger. Und wenn das Imperium nicht mehr zu halten ist, dann muss man den Schaden für Amerika minimieren, der notwendigerweise mit dem Zerfall des Imperiums einhergeht.

Wer die Proamerikaner sind

Klar ist auch ein großer Teil des amerikanischen Volkes proamerikanisch. Nicht unbedingt alle – die Mehrheit, die für Clinton gestimmt hat, hat durchaus auch für eigene Interessen gestimmt, die eben nicht proamerikanische sein müssen, nur weil sie selbst Amerikaner sind.

Im Machtkampf wichtig sind jedoch die Proamerikaner, die Teil der Elite sind. Das sind nicht wenige. All die amerikanischen Großkonzerne, die noch wirklich, real, in Amerika produzieren. Die amerikanische Polizei, das FBI.

Nicht die für dreckige Operationen im Ausland zuständige CIA – deren Job sind gerade die Operationen, durch die sich die amerikanische Weltmacht in den letzten Jahren ganz besonders ausgezeichnet hat – Organisation von Farbrevolutionen, mit stetigem Übergang zur Unterstützung terroristischer Organisationen und Organisation von Bürgerkriegen.

Hingegen, was für mich erstaunlich ist, die Armee und der militärisch-industrielle Komplex. Und das obwohl sie selbst ja langfristig verlieren werden, wenn das amerikanische Imperium nicht mehr da ist, und die amerikanische Armee darauf beschränkt werden kann, was zur Verteidigung Amerikas wirklich notwendig ist. Ich vermute, das liegt einfach daran, dass gerade diese Armee, die ja weltweit das Imperium aufrechterhält, klar genug sieht, dass es gar nicht um amerikanische Interessen geht, sondern dass die militärischen Aktionen des Imperiums Amerika überall verhasst machen und Amerika selbst schaden. Die Waffenhersteller hingegen sind auch eine Industrie, deren Produktionsstätten in Amerika selbst liegen, und der Hauptauftraggeber ist der amerikanische Staat – und nicht das globalistische Imperium. Völlig unplausibel ist es also nicht, dass der militärisch-industrielle Komplex zumindest teilweise pro-amerikanisch ist.

Wie auch immer, damit ist die Seite, die Trump unterstützt, klar genug definiert und erkennbar: es sind die Proamerikaner. Und sie stehen gegen die Globalisten.

Warum Globalisten die beste Bezeichnung ist

Wie bezeichnet man nun die andere Seite? Sie selbst sehen sich als „liberal“, und defamieren ihre Gegner als Populisten. Schon das Wort „liberal“ für die amerikanischen Demokraten zu verwenden ist grob irreführend, der Unterschied zwischen diesem amerikanischen „Liberalismus“ und klassischem europäischen Liberalismus ist erheblich. Andererseits stand auch ein erheblicher Teil des Establishments der Republikaner offen auf Clintons Seite, und das amerikanische Imperium basierte auf beiden Parteien.

Sie sehen sich als Verteidiger „westlicher Werte“, insbesondere „Demokratie, freier Handel und offene Gesellschaften“. Geschenkt. Freier Handel ist, was die globalen Konzerne selbst wünschen. Der Rest ist lediglich das, was dem Imperium die Macht sichert: „Offene Gesellschaften“, insbesondere mit dem Heiligtum „Pressefreiheit“, erlauben es ihnen, die Massenmedien zu kaufen, und Demokratie, mit Hilfe dieser Massenmedien ihnen genehme Politiker an die Macht zu bekommen. Was das Gerede von „westlichen Werten“ selbst wert ist, hat die Ukraine gezeigt, wo ganz offen faschistische Banden unterstützt wurden, wenn es daran, nach der Unterstützung islamischer Fundamentalisten, sobald die gegen die Sowjetunion oder Russland und seine Verbündeten kämpften oder kämpfen, noch Zweifel gab.

Allerdings stellt dies auch klar, dass es ihnen nicht um Amerika geht. Es kommt ihnen eigentlich gar nicht darauf an, wo sich das Zentrum der Macht befindet. Sie sind nicht einmal selbst unbedingt Amerikaner. Amerika ist nur ein Land unter ihrer Kontrolle, ein Land, dessen Bevölkerung sie genauso verachten wie die aller anderen Länder. Amerika war lediglich, aufgrund seiner militärischen und ökonomischen Macht, die Basis für das Imperium. Ihr Ziel war eindeutig die Weltherrschaft.

Die stärkste Bastion der Globalisten ist aktuell die sogenannte „freie Presse“, oder auch „westliche Presse“. Diese hetzt augenblicklich gegen Trump mit derselben Intensität, wenn nicht sogar noch offener und noch tiefer unter der Gürtellinie als sie vorher gegen Putin hetzte. Und dies auch wegen seiner Losung, „America first“. Ironischerweise wird nun, mit Trump im Weißen Haus, von einigen ganz offen eine neue Führungmacht für die „freie Welt“ gesucht:

So applaudierte ihr die Financial Times in einem Leitartikel, weil Merkel den „Kampf für Demokratie, freien Handel und offene Gesellschaften“ aufgenommen habe und den Nationalisten Trump, Putin und Orbán nicht das Feld überlasse. „Es ist sicherlich ein historischer Moment, wenn eine deutsche Kanzlerin eine solche Rolle übernimmt“, schrieb das Londoner Blatt. „Sieben Jahrzehnte nach der Zerstörung Nazideutschlands ist Berlin erneut in der Lage über eine globale Führung nachzudenken, wenn auch vorsichtig.“

„Proamerikanisch“, was akzeptabel war, solange, vor Trump, die Spaltung in der amerikanischen Elite noch keine Rolle spielte, ginge anders. Deshalb scheint mir „Globalisten“ der genaueste Begriff zu sein.

Was haben die Feinde der Globalisten gemeinsam?

Wie nennt man aber nun diejenigen, die gegen die Globalisten kämpfen? Der Kampfbegriff der Globalisten ist „Populisten“. Das ist natürlich einfach nur Propaganda, und inhaltlich Quatsch. Denn all das, was inhaltlich den Populisten auszeichnet, findet sich auf Seiten der Globalisten genauso. Einfache Lösungen für komplexe Probleme sollen sie anbieten? Entschuldigung, die Losung des Establishment in Wahlkämpfen ist „weiter so“, auch nicht gerade komplex. Und ist „westliche Werte“ oder auch „europäische Werte“ etwa eine komplexe Antwort?

Die Klassifizierung als „rechts“ ist genauso inhaltlich daneben. Zu häufig sind die Gegenbeispiele, wie die Ukraine, wo die Globalisten rechtsextreme Bandera-Faschisten unterstützen, oder Syrien, wo sie fundamentalistische Islamisten gegen eine säkulare Regierung unterstützen, oder Griechenland, wo die antiglobalistische Syriza zur radikalen Linken gehört.

Antiglobalisten müssen keine Nationalisten sein, Nationalisten können hingegen Globalisten sein.

Die Klassifikation als nationalistisch ist auch falsch. Ohne Zweifel sind auch viele Nationalisten unter den Antiglobalisten. Nur gibt es auch genügend Antinationalisten unter ihnen.

Das wohl wichtigste Beispiel ist Russland. Russland ist ein klassisches Imperium. Auf seinem Territorium leben die verschiedensten Ethnien. Klassischer Nationalismus, der sich auf eine Ethnie stützen würde, würde die Einheit Russlands als Staat gefährden. So ist es kein Wunder, wenn einer der wichtigsten Vertreter der prowestlichen Opposition, Nawalny, Nationalist ist. Die russische Führung hingegen ist eindeutig anti-nationalistisch. So nahm beispielsweise Putin an der Einweihung einer Moschee in Moskau teil und erklärte dort den Islam als zu Russland gehörig – etwas, was Nationalisten in Russland genauso ablehnen wie hier in Deutschland.

Das andere Beispiel sind die verschiedensten Separatistenbewegungen. Sie richten sich gegen existierende Staaten, die sich selbst durchaus als Nationalstaaten ansehen. Sicher gibt es unter ihnen auch genug, deren Basis eine andere Ethnie ist – Südossetien, Abchasien, Neurussland, Pridnestrowje, Basken, Katalanen, Nordiren, Schotten. Allerdings gibt es auch andere Beispiele, wie die verschiedenen italinischen Separatistenbewegungen, denen man höchstens im Fall Südtirols eine ethnische Motivation zuschreiben könnte.

Ein drittes Beispiel sind Nationalisten, die auf Seite der Globalisten stehen. Der ukrainische und georgische Nationalismus sind hier klar erkennbare Beispiele. Auch die tibetischen und uigurischen Nationalisten werden von den Globalisten unterstützt.

Die Veränderung des Nationalismus

Wichtiger erscheint mir hier, dass die Ausrichtung des Nationalismus sich grundlegend verändert hat. Sicher, der Nationalismus beschwört eine Nation. Nur hatte der klassische Nationalismus das Ziel, alle Teile dieser Nation in einem Nationalstaat zu vereinen. Mit dem offen erklärten Ziel, diesen Nationalstaat zu einer militärisch starken Macht zu machen. Die Grundlage dafür war, dass ein auf nationalistischer Ideologie basierender Nationalstaat eine Wehrpfichtigenarmee aufbauen konnte, in der der Soldat eben kein Söldner mehr war, der, wenn er nicht mehr genug Geld kriegte, eben zu anderen Auftraggebern zog, die besser zahlten. Sondern ein sehr viel billigerer Wehrpflichtiger, der moralisch verpflichtet war, für die Nation zu kämpfen, und auch vom Gegner nicht als Söldner, den man vielleicht kaufen konnte, sondern als Erbfeind angesehen wurde.

Heute hingegen spielt die Wehrpflicht kaum noch eine Rolle, und eine Nation als solche hat faktisch keine Chance mehr, durch den Gewinn von Kriegen gegen andere Nationen Vorteile zu erlangen. Der militärische Aspekt des klassischen Nationalismus spielt keine Rolle mehr.

Der die Nation einigende Aspekt des klassischen Nationalismus hingegen hat sich hingegen in vielen Fällen umgekehrt. Insbesondere in Europa steht Nationalismus nicht mehr für Einigung, denn die Nationen sind schon lange geeinigt, und dort, wo sie es nicht sind (sagen wir mal Deutschland und Österreich), interessiert das die Nationalisten kaum noch. Nationalismus ist, im Gegenteil, spalterisch, der Hauptfeind ist die Europäische Union.

Die große Gemeinsamkeit der Antiglobalisten: Separatismus

Und damit kommen wir dazu, was die verschiedenen Feinde der Globalisten wirklich vereint: Sie alle sind Separatisten. Sie wollen für diejenigen politischen Einheiten, für die sie eintreten, Unabhängigkeit, Souveränität.

Dieses Bestreben nach Souveränität ist, was Putin offen als Ziel seiner Politik deklariert hat. Auch die chinesische Politik verweigert sich jede ausländische Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten. Die Wiederherstellung der Souveränität ihrer Staaten ist das Ziel der europäischen nationalistischen Bewegungen. Und auch die sonstigen Separatisten kämpfen, egal ob dafür eine Ethnie oder nur eine kulturelle Einheit die Grundlage ihrer politischen Einheiten ist, für deren Souveränität.

Die separatistische Internationale

Zwischen den vielen möglichen Separatismen kann es natürlich eine Menge Konflikte geben. Der deutsche Nationalist steht im Konflikt mit dem bayrischen Separatist, der wiederum mit dem fränkischen.

Trotzdem ist dieser Konflikt nicht so tiefgreifend wie es auf ersten Blick scheint. Denn der bayrische wie der fränkische Separatismus brauchen beide den Sieg gegen den Globalismus, weil dieser eine Voraussetzung ist für ihre Souveränität. Unter der EU müssen beide leiden. Und ob nun die Franken noch eine eigene Extrawurscht braten, dürfte den Bayern eigentlich egal sein, solange sie, und nicht die EU, in ihrem Dorf das Sagen haben.

Vorbild für beide sollte die Schweiz sein. Sie zeigt, dass recht verschiedene Kulturen durchaus über ihr eigenes Gebiet souverän genug entscheiden können. Eine politische Einigung zwischen verschiedenen Separatistenbewegungen ist also durchaus möglich, auf der Basis weitestgehender Dezentralisierung der Macht in den neu zu erschaffenden souveränen Einheiten.

Wenn selbst dort, wo die Wünsche nach Souveränität in direktem Konflikt miteinander stehen, eine Einigung gegen den Globalismus als dem gemeinsamen politischen Feind durchaus möglich ist, trifft dies erst recht für all die Separatisten zu, deren Territorien sich nicht einmal miteinander überschneiden. Sie stehen ja miteinander überhaupt nicht in Konflikt.

Insofern haben die Gegner des Globalismus durchaus eine Grundlage für eine Zusammenarbeit, für eine Vereinigung ihrer Kräfte. Für eine separatistische Internationale.

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Über den Sinn von „America first“ http://libertarian.blogsport.de/2017/01/24/ueber-den-sinn-von-america-first/ http://libertarian.blogsport.de/2017/01/24/ueber-den-sinn-von-america-first/#comments Tue, 24 Jan 2017 13:44:46 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2017/01/24/ueber-den-sinn-von-america-first/ Trump kommt ins Amt, und schon geht es los – TPP gekündigt. Und die Welt reagiert – Australien überlegt laut, ob man nicht doch, auch ohne die USA, TPP machen sollte, und, als Ersatz für die USA, China einladen sollte.

Die Medien flippen aus. Nunja, was soll man von Lügenmedien erwarten, die die Hauptstadt des Lügenimperiums, Washington, plötzlich von einem offenen Feind, der sie öffentlich Lügenmedien nennt, erobert sehen. Nicht darum soll es hier gehen. Auch nicht so sehr darum, was Trump so alles erzählt wenn der Tag lang ist. Ich tendiere dazu, all diese Widersprüche als durchaus sinnvolle, rationale Strategie anzusehen, um sein wichtigstes Wählerpotential – diejenigen, die von Politischer Korrektheit die Nase voll haben – zu erreichen, denn für normale Menschen in einer normalen Unterhaltung ist der eine oder andere Widerspruch nichts als ein Missverständnis, was man mit einfacher Nachfrage ausräumen kann, und die Lügenpresse, die einen solchen Widerspruch zum Skandal macht, wird ja von ihnen sowieso abgelehnt. Manche seiner „Widersprüche“ sind in dieser Hinsicht ja gezielte Fallen. Weil jeder normale Mensch ja weiß, dass ein „Ich werde der größte Stellenerschaffer sein, den Gott erschaffen hat“ nichts ist als eine harmlose, nicht wirklich ernst gemeinte Übertreibung, und auf die zu erwartende Verwendung dieser Phrase gegen ihn nur die Überzeugung, dass man es mit einer Lügenpresse zu tun hat, stärken wird.

Was mich hier interessiert, ist die Frage, inwieweit das, was man bisher von Trump gehört hat, und was nun mit der TPP-Kündigung reale Politik zu werden beginnt, Teil einer rationalen Strategie ist.

Klar kann ich nicht wissen, was Trump wirklich denkt. Also geht es hier einfach nur darum, ob es Teil einer rationalen Strategie sein könnte. Also darum, rationale Gründe aufzuzeigen, warum man, wenn man diese Gründe wirklich als rational akzeptiert, an Trumps Stelle genau so handeln würde, ja geradezu müsste, wie Trump. Solche rationalen Gründe gibt es. Also, betrachten wir die Welt so wie ich sie augenblichlich sehe (also wie ich denke, wie sie ist), und überlegen uns, was in dieser Welt das Beste wäre, was man für Amerika tun könnte.

Der Hauptpunkt dabei ist folgender: Wir hatten bisher, seit dem Zerfall der Sowjetunion, eine unipolare, US-dominierte Welt. Diese US-Dominanz ist mit Mitteln der Wirtschaft nicht mehr aufrechtzuerhalten, weil Russland wie China den Kommunismus zumindest in der Wirtschaft, und damit ihren Hauptnachteil im Kalten Krieg, aufgegeben haben, und somit wirtschaftlich aufholen konnten. Versuche, mit Mitteln moderner Polittechnologie (Farbrevolutionen, hybrider Krieg) die Weltherrschaft zu verteidigen, sind katastrophal gescheitert. Nicht nur haben sie nicht erlaubt, in Russland und China eigene Vasallen an die Macht zu bringen (im Fall Russland, Vasallen wie Jelzin an der Macht zu halten). Sie haben auch überall selbst da, wo sie erfolgreich waren (Libyen, Iraq, Afghanistan) nur zu einer Verschlimmerung, insbesondere auch zu einer Verstärkung antiamerikanischer Stimmungen, geführt.

Es ist in jedem Fall höchst rational, eine einmal so katastrophal gescheiterte Strategie aufzugeben. Die Frage wäre, ob es alternative Strategien gäbe, die Weltherrschaft zu erhalten. Die Antwort ist negativ. Die Strategie von Clinton und Co war einfach nur ein „weiter so“, ohne jede Rücksicht auf Verluste, im Gegenteil, mit noch schärferer Konfrontation mit Russland bis hin zum Krieg.

Dies ist in jedem Fall nicht nur verbrecherisch, sondern noch dazu dumm.

Nur, wie sähe nun eine rationale Strategie für Amerika aus, wenn man akzeptiert, dass der Versuch, die Weltherrschaft zu verteidigen, sowieso zum Scheitern verurteilt ist? Um das zu beurteilen, müssen wir betrachten, was auf die Welt wie auch auf Amerika zukommt, wenn Amerika die Weltherrschaft aufgibt.

Das Ende der amerikanischen Weltherrschaft ist eine große, epochale Veränderung. Eine in jedem Fall hochinteressante, höchst interessant aber eben auch im Sinne der klassischen Verfluchung „mögest du in interessanten Zeiten leben“ – also eine Zeit voller Krisen, voller unvorhersagbarer Ereignisse, Zeiten, in denen das, worauf man lange Zeit vorher fest vertrauen konnte, plötzlich nicht mehr gilt, eine Zeit, die für den Einzelnen (oder eben auch den einzelnen Staat) höchst unangenehm sein kann.

In solchen außergewöhnlichen Umständen verlieren Regeln, die für normale Zeiten richtig sind, ihre Geltung . Das wichtigste Beispiel für eine solche Regel für normale Zeiten, die in solchen Umbruchszeiten nicht mehr gilt, ist Ricardos Gesetz vom komparativen Vorteil. Das ist ein sehr allgemeines ökonomisches Gesetz, und, wie viele ökonomische Gesetze, hat es eine sehr solide Grundlage. Das heißt, wer einfach so, mit seiner Politik, dagegen verstößt, wird, einfach durch die Wirkung der „unsichtbaren Hand“ des Marktes, sehr rigorous dafür bestraft. Was es, grob gesagt, aussagt, ist, dass Handel gut ist, für beide Seiten, und Einschränkungen des Handels, beispielsweise durch Zölle, beiden Seiten schaden. Die Beweise dafür sind solide. So solide wie in der Mathematik. Aus den Voraussetzungen folgt die Behauptung, durch logische Herleitung. Kann es in unter solchen Umständen überhaupt Situationen geben, in denen das anders ist?

Ja. Denn es kann durchaus sein, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Und dann bringt solch ein Theorem rein gar nichts.

Die Voraussetzung für Ricardos Theorem sind eigentlich, auf ersten Blick, nicht weiter problematisch. Zwei Staaten, die miteinander Handel treiben. Das Einzige, was sie möglicherweise daran hindert, sind Zölle. Man rechnet aus, was optimal für beide wäre, und bekommt das Ergebnis, Zoll = 0. Sogar noch schärfer, man rechnet aus, was für eine Seite optimal wäre, selbst wenn die andere Seite was auch immer für Zölle festlegt. Und bekommt ein Zoll = 0 nur für die eigenen Zölle raus. Also selbst Strafzölle als Reaktion auf Zölle des anderen Landes sind schädlich für das eigene Land.

Nur, inwieweit gilt dies noch, wenn man in einer Welt lebt, in der der Handel in ungedeckten Papiergeldwährungen erfolgt, und eine Auf- oder Abwertung der jeweiligen Währung im Vergleich zur anderen den Handel stark beeinflussen kann? Diese Möglichkeit ist nichts, was Ricardo betrachtet hätte. Sie kommt weder in den Voraussetzungen vor, noch könnte der Beweis irgendwas über sie aussagen. Gut, das ist normalerweise nicht weiter schlimm. Schließlich passieren solche Änderungen selten, zumindest nicht in größerem Ausmaß, und dass man vereinfachen muss, wenn man in solch komplexen Zusammenhängen wie der Ökonomie was beweisen will, ist eine Trivialität.

Der Punkt, der die Gültigkeit von Ricardos Theorem aushebelt, ist, dass das existierende Währungssystem beim Übergang zur multipolaren Welt voraussagbar zusammenbrechen wird. Und dass dieser Zusammenbruch für den Welthandel voraussagbar eine Katastrophe sein wird. Und wie schwer diese Katastrophe für den einzelnen Staat wird, hängt davon ab, wie stark er vom Handel abhängt. Also, je weniger man Handel mit anderen Nationen betreibt, desto weniger wird man im Fall einer globalen Währungskrise betroffen sein.

Betrifft dieses Problem allen Handel zwischen den Nationen gleichermaßen? Nein. Denn die Währungskrise, die droht, wenn die USA ihre Weltherrschaft aufgibt, ist eine sehr spezifische, mit dem Dollar als zentralem Element. Warum sollte eine Krise, die mit dem Dollar zu tun hat, den Handel zwischen Luxemburg und Deutschland kaputtmachen oder auch nur beeinflussen können, wenn dieser Handel sowieso in Euro stattfindet? Der Euro-Dollar-Kurs kann da schwanken wie er will, es wäre an und für sich egal. Die Auswirkungen, soweit es sie gibt, wären indirekt. Klar, auch indirekte Wirkungen können erheblich sein. Aber das, was für Ricardos Theorem wichtig ist, wäre unbeinflusst. Der Handel zwischen Luxemburg und Deutschland bliebe, zollfrei, für beide die beste Lösung.

Dasselbe gilt für Staaten, die zwar keine gemeinsame Währung haben, aber deren Währungen, voraussagbar, eng genug miteinander verbunden sind. Wird der Handel zwischen Belorussland und Russland darunter leiden, dass der Dollarpreis schwankt? Nur dann wenn er für die belorussische und die russische Währung verschieden schwankt. Nicht wenn er für beide auf dieselbe Art schwankt, weil der Grund für die Schwankung in Amerika liegt. Dann gibt es gar keinen sachlichen Grund, warum der Wechselkurs zwischen den beiden schwanken sollte. Und damit ist die Gültigkeit von Ricardos Theorem kein Problem.

Beides gilt jedoch nicht für Amerika. Die Währungskrise, die mit der Aufgabe des Dollars als Weltwährung verbunden ist, ist naturgemäß eine Krise des Dollars. Und damit ist zu erwarten, dass, wenn sie ausbricht, der Dollarkurs unvoraussagbar schwanken wird, und der Handel mit den USA höchst problematisch wird. In einem Maße problematisch, dass man Ricardos Theorem zumindest für die Zeit der Krise vergessen kann.

Was bedeutet dies für Amerika? Es bedeutet, dass man während der zu erwartenden Krise des Welthandels umso weniger betroffen sein wird, und damit umso besser dastehen wird, je geringer der Handel mit Amerika ist. Und somit, für Amerika selbst, die Folgen dieser Währungskrise dann minimal sind, wenn der Handel Amerikas mit anderen Staaten minimal ist. Eine ökonomisch gesehen isolationistische Politik ist als, angesichts der sowieso zu erwartenden schweren Wirtschaftskrise, die für Amerika optimale ökonomische Strategie.

Und damit kommen wir zu dem durchaus nichttrivialen Schluss, dass, trotz Ricardos Theorem, Isolationismus eine für die US-Wirtschaft höchst rationale Strategie ist, zumindest in der Übergangsperiode zu einer multipolaren Welt.

Die nächste Frage ist natürlich, ob das überhaupt noch funktionieren kann. Schließlich braucht ein solcher Isolationismus einige Zeit, bevor er überhaupt Resultate bringt. Er kann also nur funktionieren, wenn noch genügend Zeit dafür ist. Allerdings, die Gegenfrage steht natürlich auch, was es denn ändert, wenn dazu nicht mehr genügend Zeit ist. Die Katastrophe wäre dann eh da. Und bevor Amerika den Handel Amerikas mit der Welt wiederherstellen könnte, bliebe ihm nichts weiter übrig, als mit dem zu leben, was es selbst produziert – denn der Handel mit den USA wäre halt einfach zusammengebrochen.

Trotzdem sei gesagt, dass die USA mit einer rationalen Politik, die versucht, die Krise einfach nur herauszuzögern, und sich durch Isolationismus auf sie vorzubereiten, durchaus in der Lage wäre, die Krise in der Tat hinauszuzögern.

Wieso? Einfach weil zumindest im Prinzip die Dedollarisierung auch friedlich, ohne Krise, ablaufen könnte. Eine konfrontative Strategie, wie sie von Obama gegen Russland gefahren wurde, nötigt andere dazu, den Dollar aufzugeben, zu dedollarisieren. Russland hat gezeigt, dass dies durchaus geht. Allerdings auch, dass dies ein langsamer Prozess ist, der Zeit braucht. Mehr politische Konfrontation (wie Ausschluss Russlands aus Swift oder noch härtere Sanktionen, weswegen auch immer) würden diesen Prozess zwar beschleunigen. Aber dies hat Trump ja nun nicht vor. Vermeidet man hingegen Konfrontation, kann dies, die Dedollarisierung des Welthandels durchaus aufhalten.

Verhindern kann es sie nicht. Langfristig gibt es keinen Grund, sagen wir, für die Zentralbank von Laos, irgendwelche Reserven in Dollar zu halten, wenn der wichtigste Partner im Außenhandel China ist, und selbst das, was man aus den USA bezieht, eher von chinesischen Zwischenhändlern verkauft wird. Trotzdem wird einfach die Gewohnheit und Tradition den Prozess der Dedollarisierung verlangsamen – solange es eben keine Gründe gibt, ihn zu beschleunigen.

Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass die Dedollarisierung auch, zumindest für einige Staaten, ein Risiko an sich ist. Was wenn China, von einem Tag auf den anderen, alle US-Anleihen, die es besitzt, aufgrund einer politischen Entscheidung verkauft? Der Preis dafür fällt radikal. Keiner wird das Zeug mehr kaufen. Irgendwann, wenn es nur noch Schrottwert hat, kauft dann die FED das Zeug, einfach weil es die Knete dafür selbst drucken kann. Es wäre ein riesiges Verlustgeschäft für China. Und damit ist auch China selbst daran interessiert, die Dedollarisierung zu verlangsamen. Es wird US-Obligationen verkaufen – aber nur langsam, so dass der Preis dafür nicht zu rabiat sinkt. Und dabei wird es sich, ganz pragmatisch, danach richten, wie viele Dollarreserven es in seinem realen Außenhandel braucht. Was stark davon abhängt, wie schnell es seinen bisher über Dollar abgewickelten Handel mit allen anderen Ländern dedollarisieren kann – was, ohne politische Katastrophen, ein langsamer, evolutionärer Prozess ist.

Soweit man also politische Katastrophen vermeidet, kann man durchaus Zeit gewinnen, und die Dollarkrise verzögern. Sie völlig zu verhindern wird kaum möglich sein, dazu dürfte die Verschuldung der USA einfach zu hoch sein, eine Verschuldung, die es sich als Weltherrscher leisten konnte, als ein normales Mitglied der Weltgemeinschaft jedoch nicht mehr. Diese Verschuldung muss, und wird, beendet werden. Wie diese Verschuldung beendet werden wird, ist auch einigermaßen offensichtlich: Durch eine Entwertung der Schuldverschreibungen, also des Dollars.

Wie schnell sich das vollziehen wird, ist unklar, vor allem auch, weil so etwas unvoraussagbar explodieren kann. Schließlich ist einer der guten Gründe, die die Dedollarisierung verhindern, die Stabilität des Dollars im Vergleich zu den verschiedensten lokalen Währungen. Der kleine Mann legt seine Ersparnisse in Dollar an, nicht weil er proamerikanisch ist, sondern weil die Inflation in Dollar geringer ist als in der eigenen Währung. Nur, das ist eben das, was kaum langfristig aufrechtzuerhalten ist, wenn der Dollar nur noch eine unter vielen Währungen ist, und die Schulden des Staates USA astronomisch werden. Eine Inflation in Dollar wird langfristig nicht zu verhindern sein. Was passiert aber nun, wenn die Inflationsrate in Dollar höher wird als die in der eigenen Währung? Der kleine Mann verkauft seine Dollar und kauft die eigene Währung. Das bedeutet mehr Dollar auf dem Markt, und noch mehr Entwertung des Dollars. Und schon beginnt auch der kleine Mann aus dem Nachbarland, mit einer ein bisschen höheren Inflationsrate, aus demselben Grund seine Dollar zu verkaufen. Und so weiter. Die Dedollarisierung kann also jeden Augenblick (und ohne Voraussagemöglichkeit, wann das passiert) aus dem langsamen, evolutionären Modus ausbrechen und zu einem Zusammenbruch des Dollars samt Hyperinflation führen.

Der Zusammenbruch des Dollar ist somit jederzeit zu befürchten, aber möglicherweise, durch rationale Politik, lange herauszuzögern. Das Herauszögern bringt etwas, aber nur, wenn Amerika es, in dieser Zeit, schafft, mehr oder weniger autonom zu werden, und alle wichtigen Produktionszweige auf eigenem Territorium, gebunden an die eigene Währung, so zu entwickeln, dass ein Zusammenbruch des Welthandels (genauer, ein Zusammenbruch des Handels der Welt mit Amerika) keine Katastrophe für die amerikanische Bevölkerung wird.

Dies beschreibt aber ziemlich genau das, was wir von Trumps Strategie bisher wissen: Reduzierung der politischen Konfrontation mit Russland, andererseits ökonomischer Isolationismus.

Es erklärt auch einige Paradoxa: Beispielsweise dass Trump TPP kündigt. Eine offenbar ökonomisch isolationistische Maßnahme. Sie stärkt China: Australien hat gerade darüber spekuliert, ob man nicht TPP behalten sollte, obwohl die USA ausssteigt, und statt dessen China einladen sollte. Modulo Feinheiten von Vertragsdetails, entspricht diese Reaktion sowohl chinesischen wie auch australischen Interessen, warum also nicht. Nur, steht das nicht im Widerspruch zu Trumps Idee, China zu bekämpfen, wo der offensichtliche Effekt ja ist, China zu stärken?

Nicht wirklich, wenn das eigentliche Ziel eben nicht ein außenpolitisch-irrationales „China bekämpfen“ ist, sondern ein rationales „America first“ angesichts der Gefahr einer faktisch unvermeidbaren schweren Handelskrise als Folgerung der voraussagbaren Dedollarisierung der Welt. Denn in diesem Fall ist der Handel mit Australien genauso eine Gefahr für die USA wie der mit China – weil auch er im Fall einer solchen Krise zusammenbrechen wird. Hingegen ist die Nebenwirkung, nämlich der stärkere Handel zwischen China und Australien, für Amerika selbst kein Problem mehr. Er wäre nur ein Problem, solange Amerika Weltherrscher-Status beansprucht, und die beiden sich weigern, für ihren Handel untereinander Tribut (in Form von Verwendung von Dollar) zu bezahlen.

Mit der Aufgabe des Weltherrschafts-Anspruchs der USA wird der chinesisch-australische Handel für die USA also irrelevant. Und der Widerspruch zwischen der „Anti-China“-Rhetorik und der realen Politik der TPP-Kündigung, die China objektiv nützt, verfliegt.


Stört dabei antichinesische Politik?

Sicher zeigt der Trumpsche Wahlkampf noch einige andere scheinbare Widersprüche. Sind sie jedoch wirklich wesentlich?

So hat beispielsweise Trump etwas getan, was eigentlich für einen Diplomaten unentschuldbar wäre, der von den chinesisch-amerikanischen Beziehungen und chinesischen Empfindlichkeiten auch nur ein bisschen Ahnung hat: Er hat so getan, als hätte er kein Problem damit, Taiwan anzuerkennen.

Dies ist schwer zu beurteilen, insbesondere deshalb nicht, weil es hier die Chinesen sind, die ziemlich irrational auf Symbolpolitik bestehen, die niemandem wirklich etwas bringt. Faktisch ist Taiwan nun einmal ein unabhängiger Staat, ob es den Chinesen gefällt oder nicht.

Professionelle rationale Politiker, wie Putin, nutzen solche Irrationalitäten gezielt aus. So hat Putin inzwischen, nach dem Georgienkrieg, Südossetien und Abchasien diplomatisch anerkannt. Die faktisch genauso unabhängigen Staaten Nagorny Karabach, Pridnestrowje und Donbass werden jedoch noch nicht anerkannt. Eine reale Folge für das, was in der Realität, am Boden, passiert hat dies nicht. Faktisch wird der Donbass, trotz offiziell fehlender diplomatischer Unterstützung, wohl deutlich mehr unterstützt als Südossetien, was von Russland nicht mehr braucht und auch nicht unbedingt mehr will als militärischen Schutz vor georgischen Angriffen. Inwieweit Trump professionell genug ist, solche Irrationalitäten gezielt auszunutzen, möchte ich nicht beurteilen – es wäre einfach zu spekulativ.

Trotzdem, was folgt aus der Annahme, dass er es tut? Was wäre ein rationaler Grund, es zu tun? Dazu wäre zu sagen, dass Taiwan nun einmal Symbolpolitik ist, und dass man deshalb, modolo symbolpolitischer Konflikte, nicht wirklich etwas riskiert. Taiwan ist eigentlich der ideale Platz, um zu verheimlichen, dass man eine ganz fundamentale Entscheidung getroffen hat, eine Entscheidung, die zwar klug und rational ist, aber trotzdem dem amerikanischen Volk nach langjähriger Weltherrschaftpropaganda nur schwer verkauft werden kann: Dass man den Weltherrschaftsanspruch einfach so aufgibt. Die Freiheit der Taiwanesen zur Selbstbestimmung zu verteidigen – gibt es einen besseren Vorwand, zu zeigen, dass man nach wie vor überall auf der Welt amerikanische Werte vertritt?

Vor allem, es ist kein wirkliches Risiko. Auch die Chinesen wissen gut genug, dass die Unabhängigkeit Taiwans faktisch nun einmal existiert, und zwar die Chinesen selbst ein propagandistisches Problem haben, das zu akzeptieren, aber dass dies kein Hindernis ist für rationalen Umgang miteinander in Verhandlungen, in denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist.

Insofern ist ein Konflikt über die Unabhängigkeit Taiwans auch für die chinesische Führung weitaus weniger problematisch als eine reale Unterstützung der USA für Unabhängigkeitsbewegungen in Tibet, oder gar für uigurische Jihadisten – also das, was Obama angestellt hat.

Mit anderen Worten, wenn Trump tut was er sagt, also den islamischen Terrorismus bekämpft, aber statt dessen Taiwan anerkennt, ist dies für die Chinesen als solche insgesamt eher positiv. Die reale Gefahr – uigurischer Jihadismus – kann nun gemeinsam bekämpft werden. Der propagandistische Konflikt ist hingegen für die reale Welt uninteressant, Taiwan ist ja sowieso unabhängig, und das wissen auch die Chinesen.

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Wie die Zeit Kriegsverbrechen verheimlicht. http://libertarian.blogsport.de/2016/12/26/wie-die-zeit-kriegsverbrechen-verheimlicht/ http://libertarian.blogsport.de/2016/12/26/wie-die-zeit-kriegsverbrechen-verheimlicht/#comments Mon, 26 Dec 2016 17:47:32 +0000 libertarian Allgemein http://libertarian.blogsport.de/2016/12/26/wie-die-zeit-kriegsverbrechen-verheimlicht/ In einem Zeit-Artikel über Aleppo war ein Kommentator verwundert darüber, dass die Zeit nicht über ein Kriegsverbrechen berichtet, welches die von der Zeit propagandistisch unterstützten „moderaten Rebellen“ in Aleppo begangen haben. Sie haben nämlich die Kriegsgefangenen, die sie über die Jahre gemacht haben, nicht, wie ausgemacht, freigelassen, sondern ermordet. Hier ist ein Bericht über dieses Verbrechen.

Jemand fragte nach einer Quelle für dieses Verbrechen. Nun, ich wollte ihm eine Quelle geben:

Ich war zu diesem Zeitpunkt aus mir nicht bekannten Gründen, wohl für politisch unerwünschte Äußerungen, mal wieder unter Vorzensur gestellt worden. Also meine Kommentare wurden nicht gleich veröffentlicht, sondern erstmal begutachtet, und dann entschied die Moderation, ob sie sie veröffentlicht oder nicht.

Während die meisten Kommentare, die ich an dem Tag schrieb, schon veröffentlicht worden sind, bleibt dieser Versuch eines Kommentars unveröffentlicht. Wobei das kein Zufall ist, ich hatte vorher schon dasselbe versucht, ohne einen Screenshot zu machen, mit einer anderen Quelle. Beide sind bis jetzt unveröffentlicht.

PS: Immerhin, ein anderer Kommentator, wohl ohne Vorzensur-Regime, hat es geschafft, den unerwünschten Link durchzukriegen. Was halt eben auch zeigt, was für einen Unterschied die Vorzensur macht. In Zeitungen, wo alles nur mit Vorzensur durchgeht, hätte der Link keine Chance gehabt.

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