Die Lügenpresse kann mit Kommentaren nicht mehr leben

Die Lügenpresse hat ja schon länger was gegen unzensierte Leserkommentare. Bei der Zeit hat man immer häufiger gar keine Möglichkeit zum Kommentieren mehr. Manchmal verschwinden auch Kommentare – und das radikal, gleich alle zu einem Artikel. Sie waren mal da, und sogar noch einige Zeit nach Löschung der Kommentare konnte man bei deren Autoren noch die Spuren dieser Kommentare sehen – jedoch nur mit Links, die nur noch zum kommentarlosen Artikel führten:

Aktuell wird sogar ein Bericht über eine UN-Resolution zu Syrien kommentarlos gelassen. Klar, heutzutage ist auch eine Berichterstattung über eine UN-Resolution zu Syrien, früher mal was wo man überhaupt nicht auf die Idee gekommen wäre, viel was anderes zu tun als die Fakten zu berichten, notwendigerweise verlogen. In diesem Fall fängt das mit dem Bild dazu an:

Darunter steht dann „Nach einer Explosion in Aleppo trägt ein Mann ein verletztes Kind auf dem Arm. © Ameer Alhalbi/AFP/Getty Images“

Kennen wir das Bild nicht schon? Ist das nicht der inzwischen berühmt gewordene Kinderstar von den Weißhelmen, der immer die Rolle des Kindes in den Bilderserien „Weißhelm rettet Kind aus Ruinen“ spielt? Ja, stimmt, Treffer, hier und hier sehen wir noch ein bisschen mehr vom Originalbild:

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Glückwunsch an die Briten!

Gratulation. Ihr habt etwas geschafft, was ich für unmöglich hielt: Eine Volksabstimmung gegen das Establishment zu gewinnen – und das, noch dazu, mit einem geradezu hauchdünnen Vorsprung. Ich hatte erwartet, dass ein Vorsprung, um dann auch im offiziellen Endergebnis Vorsprung zu bleiben, mindestens 5% betragen müsse. Hier haben schon knapp 2% schon gereicht.

Oder waren es vielleicht doch mehr, so viel, dass man den schon gestarteten Wahlfälschungsversuch abbrechen musste, weil er zu auffällig geworden wäre?

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Wie Regeln entstehen

Einfach mal eine Beschreibung eines Fall, den ich mit „spontane Entstehung von Regeln“ beschreiben könnte.

Der Ort: Straßenverkehr in Ägypten. Für jemanden, der deutsche Ordnung gewöhnt ist, ist es einfach nur das reine Chaos. Wer eine deutsche Fahrerlaubnis hat und meint, damit in Ägypten Auto fahren zu können, macht einen Fehler, der eventuell schwere Auswirkungen haben kann. Ich hab es gar nicht erst probiert, schon das Überqueren von Straßen als Fußgänger ist etwas was man neu lernen muss – wenn man es allerdings gelernt hat, kommt man sicher über Straßen mit einem Verkehrsaufkommen einer Autobahn, und das ohne jede Ampel oder Fußgängerübergang.

Was mir als Beifahrer zuerst auffiel, war, dass in Ägypten zwar Rechtsverkehr herrscht, man es allerdings selbst damit nicht allzu genau nimmt. Von der Frage rechts oder links überholen mal ganz zu schweigen.

Aber das, was mich motiviert hat, diesen Artikel zu schreiben, was eine Situation wo es ganz offenbar eine lokale Regel gab – „hier ist Linksverkehr“. Die Regel funktionierte ohne jedes Verkehrszeichen, offenbar auch ohne jede offizielle Anordnung, sie funktionierte einfach so. Aber sie funktionierte. Zumindest über längere Zeit hinweg – ich fuhr, als Beifahrer, oft genug an jener Stelle vorbei, und es herrschte die ganze Zeit an dieser Stelle Linksverkehr.

Hier erst einmal der Versuch einer technischen Erklärung, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass an dieser Stelle Linksverkehr herrschte.

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Kartenspiel zu MH17

Nachdem mich ein paar Typen mit der Behauptung genervt haben, es sei erwiesen, dass die Buk (wenn es denn, wohlgemerkt, eine war) von neurussischem Gebiet abgeschossen wurde, hab ich mir mal die Karten dazu rausgesucht.

Erstmal haben wir zwei Karten. Eine Karte ist von der BUK-Herstellerfirma Almaz-Antey (genauer die Region von mir vom Original kopiert):

Wenn ich dahin fahren will, nehme ich vermutlich die Straße rechts, die Frage wäre also, wer zu dem Zeitpunkt Welikaja Schischowka gehalten hat. Die Antwort gibt es im Netz, zumindest vom 16.Juli 2014: „Несколько РСЗО „Град“ ополчения нанесли удар по блокпосту „нацгвардии“ у села Великая Шишовка в 6 км. южнее г. Шахтерск“ also einige Raketenwerfer „Grad“ der Milizen haben einen Schlag gegen einen Blockposten der Nationalgarde beim Dorf Welikaja Schischowka 6 km südlich von Schachtjorsk geführt. Bingo.

Auch eine weitere Quelle berichtet davon: „У Амвросиевки (ДНР) в районе с. Большая Шишовка в это же время Градами накрыли колонну укров.“ Also bei Amwrosiewka im Gebiet Bolschaja Schischowka wurde eine Ukie-Kolonne abgeschossen.

Ach so, die „Novaja Gaseta“ (eine prowestliche russische Zeitung) wollte die Theorie von Almaz-Antey widerlegen und machte sich auf ins Dorf Sarotschenskoje, um die Leute dort zu befragen. Nun, in dem Dorf hatten sie nichts gesehen. Dort war weder ukrainisches Militär noch neurussische Milizen. Wozu auch, bei diesem kleinen Nest? Ok, die „Novaja Gaseta“ meinte, so gezeigt zu haben, dass dort keine Ukrainer waren. Allerdings halt auch keine DNR. Und die Ukrainer würden natürlich die Straße vom Süden nehmen, und würden dabei in Sarotschenskoje sowieso nicht vorbeigucken. Die DNR hingegen müsste es – auf der Straße rechts hätten sie erst den Kontrollposten überwinden müssen, um in das Gebiet zu kommen, der andere Weg wäre über Sarotschenskoje gegangen.

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Und zur Abwechselung wie man über Statistiken berichtet

Mehrheit der Syrer flieht vor Assad titelt die Zeit, und schreibt dazu:

Der Hauptgrund für die Flucht von Syrern nach Deutschland ist einer Umfrage zufolge die Gewalt seitens des syrischen Machthabers Bashar al-Assad. Bei einer Umfrage haben 92 Prozent der Befragten angegeben, vor bewaffneten Auseinandersetzungen geflohen zu sein, erklärte …

Auch der Spiegel macht mit und titelt Syrische Flüchtlinge in Deutschland: Die meisten fliehen vor Assad – nicht vor dem IS.

Was steckt dahinter: Zur Organisation, die die Umfrage durchführte, schreibt die Zeit folgendes: „“Adopt a Revolution“ versteht sich als Unterstützerorganisation der syrischen Opposition. Sie gilt als den gemäßigten Rebellengruppen nahestehend.“ Also eine Umfrage, durchgeführt von Leuten, die nicht mal behaupten, neutral zu sein. Aber, geschenkt, das ist nicht der Punkt, der mich bewegt hat, darüber einen Artikel zu schreiben.

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